Mit viel Humor gab Thomas Rupf den Hoyaer Landfaruen zahlreiche Tipps zur Kindererziehung. Landfrauenverein Hoya

Mit viel Humor gab Thomas Rupf den Hoyaer Landfaruen zahlreiche Tipps zur Kindererziehung. Landfrauenverein Hoya

Hoya 22.02.2019 Von Die Harke

„Nicht diskutieren“

Diplom-Pädagoge Thomas Rupf gibt Landfrauen Erziehungstipps: Wichtig sei, stets konsequent zu bleiben

Auf Einladung des Landfrauenvereins Hoya zeigte Thomas Rupf aus Bad Segeberg Eltern und Großeltern Wege auf, wie mit klaren Grenzen, aber gegenseitiger Achtung alltäglichen Problemen mit dem Nachwuchs wie das Putzen der Zähne, das Aufstehen am Morgen oder die Erledigung der Hausaufgaben begegnet werden kann. Thomas Rupf, gebürtiger Österreicher, verheiratet und selbst Vater von fünf Kindern, arbeitete als Diplom-Pädagoge im Bereich der praktischen Erziehungshilfe im Jugendamt und in Kindertagesstätten, war als Kindertherapeut tätig und referiert derzeit im gesamten Bundesgebiet zu Erziehungsfragen und explizit zu dem Thema „Wenn Kinder nicht hören wollen“.

Erziehung sei manchmal schon ernst, Ziel sei es aber den Alltag gesund zu überleben und nicht perfekt zu sein, denn perfekt sein geht nicht, so startete Rupf in seinen Vortrag und fragte die Gäste, wer aktuell an diesem Tage schon erlebt habe, dass ein Kind nicht das getan habe, was von ihm gefordert worden sei. Spontan fielen Themen wie „Aufräumen“ und „Gequengele am Mittagstisch“.

Diese Verhaltensmuster analysierte der Diplom-Psychologe unter dem Stichwort „Machtkämpfe“. Wenn sich die Interessen zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden, dann gebe es Machtkämpfe. Und diese Machtkämpfe seien total gesund, aber eine Herausforderung für alle Seiten.

Bei genauer Betrachtung sei auch der Alltag von Erwachsenen voll von Machtkämpfen: zwischen Ehepartnern, im Beruf oder am Donnerstagmorgen vor den Verkaufsständen des Discounters. Jeder Mensch erlebe bis zu 100 Machtkämpfe am Tag, und Rupf versicherte: „Es gibt keinen Gewinner.“

Aber insbesondere Kinder entwickelten Strategien ihre ich-zentrierten Ziele durchzusetzen: nicht hinhören, diskutieren bis ins Unendliche, laut reden, schreien, Wutausbrüche oder auch auf die Tränendüse drücken. Ältere Kinder zögen es vor zu lügen und die Eltern auszutesten.

Das alles sei gesund und normal, versicherte der Bad-Segeberger immer wieder, aber entscheidend sei, wie Eltern damit umgingen. „Nicht diskutieren“, dieser Ratschlag zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag, keine offenen Fragen stellen, sondern reagieren: „Wer diskutiert, hat schon verloren“, denn 94 Prozent der Kommunikation zwischen Kindern und Eltern vollzögen sich aus Gestik und Mimik und nur der Rest aus dem gesprochenen Wort: „Durchhalten, aushalten, konsequent bleiben und handeln, wenn es drauf ankommt“: „Bringen Sie Ihr Kind zur Not im Schlafanzug zur Kita, wenn es trödelt und sich nach mehrmaliger Ermahnung nicht anzieht“, empfahl der Referent. Drohungen, die nicht umzusetzen seien, würden verpuffen.

Wichtig sei zu erkennen, dass es Bereiche gebe, in denen nur Eltern entscheiden dürften, wie bei Fragen der Sicherheit, der Gesundheit und der Schulpflicht, aber auch in Bereichen, in den Kinder beispielsweise ein Gespräch der Eltern bewusst störten. Schmunzelnd verwies er auch auf den Pargrafen 1619 des Bundesgesetzbuches, wonach Kinder zur Mitarbeit im Haushalt der Eltern gesetzlich verpflichtet sind. Aber es gebe auch Bereiche, in denen die Kinder die Entscheidungshoheit hätten. Dazu gehöre die Auswahl der Ernährung, das Chaos im eigenen Kinderzimmers und insbesondere auch die Wahl der Freunde.

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Erstellt:
22. Februar 2019, 12:45 Uhr
Lesedauer:
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