Beim ADFC hat die Saison der Critical Mass begonnen. Schietwetter ist für den harten Kern kein Hindernis. ADFC

Beim ADFC hat die Saison der Critical Mass begonnen. Schietwetter ist für den harten Kern kein Hindernis. ADFC

Nienburg 04.05.2019 Von Edda Hagebölling

Nicht mehr von Ampel zu Ampel rasen

Beim ADFC hat die Saison der Critical Mass begonnen

„Ab 16 Personen gelten wir rechtlich als Lkw mit Anhänger. Von diesem Privileg machen wir aber immer nur kurz gebrauch. Die meisten Autofahrer reagieren komisch, wenn wir als Radfahrer zu Zweit nebeneinander fahren und damit die ganze Fahrbahn einnehmen.“

Die Rede ist von der Critical Mass. Immer am letzten Freitag im Monat lädt der ADFC um Berthold Vahlsing und Ulrich Kohlhoff dazu sein, sich um 17 Uhr am Goetheplatz zu treffen und sich gemeinsam auf den Weg zu machen zu den Schwachstellen in Nienburgs Radwegenetz. Jüngstes Ziel war der Bereich, in dem noch in diesem Jahr mit dem Bau des E-Center-Kreisels begonnen werden soll. Eigentlich wollte auch Maik Beermann mitfahren. Wegen des schlechten Wetters hatte er jedoch kurzfristig abgesagt, will aber in jedem Fall an einer der nächsten Aktionen teilnehmen.

„Neben den Bundestagsabgeordneten Beermann, Keul und Völlers haben wir bereits den Landtagsabgeordneten Helge Limburg eingeladen, mitzuradeln. Auf die beiden CDU-Landtagsbageordneten Dr. Frank Schmädeke und Karsten Heineking werden wir ebenfalls noch zukommen“, so Vahlsing und Kohlhoff bei ihrem Besuch in der Redaktion.

Dass der Ausbau des Radwegenetzes nur funktionieren kann, wenn der Platz für den Fahrzeugverkehr eingeschränkt wird, ist beiden klar. Vahlsing – der Liegeradfahrer – und Kohlhoff – der Besitzer eines Pedelecs – geben jedoch die Hoffnung nicht auf, dass auch in Nienburg mittelfristig möglich wird, was andernorts längst gang und gäbe ist. Breitere Radwege, bessere Markierungen und damit mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer, die lieber auf zwei Rädern und ohne Motor unterwegs sind.

Etwas irritiert sind die beiden ADFCler allerdiengs nach wie vor darüber, dass von dem Radwegekonzept, das ihren Angaben zufolge im Vorfeld der Komunalwahlen im Jahr 2016 von allen Nienburger Parteien bejubelt wurde, kaum noch die Rede ist.

Allerdings gibt es auch kleine Fortschritte. Dank des guten Drahts zu Stadtverwaltung und Polizei kommt es schon einmal vor, dass auf dem kurzen Dienstweg hier und da eine Markierung erneuert oder ein Hindernis versetzt oder beiseite geräumt wird. Auch sind die froh, dass auf sie gehört wurde, als es um die Gestaltung des neuen E-Center-Kreisels ging. „In Nienburg ist jeder Kreisel anders“, so Berthold Vahlsing. Dabei wäre es für Radfahrer wie Autofahrer besser, wenn es eine einheitliche Regelung gäbe.

Andererseits würde es der ADFC-Sprecher begrüßen, wenn im Stadtgebiet noch mehr Kreisel gebaut würden. An der Arbeitsamtskreuzung ebenso wie an den Kreuzungen Berliner Ring/Nordertorstriftweg oder Berliner Ring/Hannoversche Straße. „Es ist erwiesen, dass Kreisel den Verkehr entschleunigen“, so Vahlsing. „Der Autofahrer rast nicht mehr von Ampel zu Ampel, sondern fährt deutlich entspannter.“

Per Fahrrad in den Mai

Eine Genuss-Fahrradtour ab Holtorfer Kirche unternimmt Jürgen Herbst vom ADFC am heutigen Sonntag. Gefahren werden etwa 50 Kilometer über Liebenau und Estorf (Einkehr) zurück nach Nienburg. Los geht es um 12 Uhr. Kurzentschlossene sind willkommen.

Mit Margret Dankenbrink geht es ebenfalls am heutigen Sonntag über etwa 30 Kilometer durch die Rehburger Berge bis zum Staatsforst Hävern nach Schneeren/Eichenbrink. Bei der Rückfahrt kann an Alte Moorhütte, Steinhuder Meer, die Aufnahme mit dem Fahrradbus (kostenpflichtig) erfolgen.

Eine Pause ist im Gasthaus Asche vorgesehen. Start ist am Marktplatz in Loccum um 13 Uhr. Eine Abendtour mit dem Fahrrad bietet Heike Winkelmann am Mittwoch, 8. Mai an. Bei entspannter Geschwindigkeit werden 20 bis 30 Kilometer gefahren. Start ist um 18.30 Uhr in Steimbke am Spielplatz Am Koppelberg.

Weitere Informationen unter 05026/1795. Eine sportliche Tour über 100 Kilometer ist für Freitag, den 10. Mai, vorgesehen. Anmeldung und weitere Informationen unter 01515-6961 668 bei Manfred Freytag oder Hans Guillaume, Telefon 05024-887323.

Die Teilnahme an den ADFC-Fahrradtouren ist kostenfrei. Mehr unter www.adfc-nienburg.de.

Der nötige Abstand wird oft nicht eingehalten. ADFC

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Erstellt:
4. Mai 2019, 19:12 Uhr
Lesedauer:
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