Foto: altanaka - stock.adobe.com

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Landkreis 21.06.2020 Von Edda Hagebölling

Nicht schön

Guten Tag!

Nicht schön ist, was Kirsten Heusmann und Birgit Balke vom Nienburger Frauenhaus berichten. Und was auch Heike Teichmann vom Familienzentrum Hoya in ihrer täglichen Arbeit erlebt. Die Auswirkungen des Corona-Lockdowns haben besonders die Frauen und Kinder auszuhalten.

Am schlimmsten ist es dort, wo auch finanzielle Sorgen dazu kommen. Kurzarbeit oder sogar Arbeitsplatzverlust, keine Bestätigung von außen und kaum siziale Kontakte. Viele Frauen wenden ihre ganze Kraft schon seit Wochen dafür auf, das Familienleben irgendwie aufrecht zu halten, sich um die Kinder zu kümmern und den Haushalt zu organisieren. Nicht selten mit weniger Geld und höheren Ausgaben. Die Wutausbrüche ihres Partners nehmen sie billigend inkauf.

Glücklicherweise können ab morgen wieder alle Kinder die Kita besuchen. Zumindest für diejenigen, die nicht schon in einer Notgruppen betreut wurden, ist das nach der dreimonatigen Zwangspause eine kleine Herausforderung.

Die Erzieherinnen setzen natürlich alles daran, ihren Schützlingen die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen. Den Wetterbericht für diese Woche haben sie dabei mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen.

Die kleinen Erstklässler haben diesen Schritt schon hinter sich. Sie dürfen seit einer Woche wieder zur Schule. Allerdings nur im Schichtbetrieb. Aber besser als nichts.

Und auch sonst geht es gefühlt wieder bergauf. Ab morgen dürfen wir uns in Gruppen bis zu zehn Personen treffen, wir dürfen im Freien picknicken, die Kinos öffnen, Hotels dürfen mehr Gäste aufnehmen und auch für die Reisebusse wurden die Bestimmungen weiter gelockert.

Von den Lockerungen in jedem Fall schon profitiert haben die Urlaubsorte innerhalb Deutschlands. Wer, von der Sehnsucht nach Meer getrieben, noch keine Unterkunft gebucht hat, sollte sich sputen. Und auch der vom Fichtensterben gebeutelte Harz steht bei Wanderern schon wieder hoch im Kurs.

Allerdings freuen sich bei weitem nicht alle darauf, dass in rund vier Wochen die Sommerferien beginnen. Heemsens Jugendpflegerin Ilka Schaumberg hat bereits reagiert und ein Ferienprogramm vorbereitet. Und auch im Familienzentrum Hoya bietet man in der dreiwöchigen Kitapause eine Ferienbetreuung an. Denn für die eingangs beschriebenen Familien ändert sich trotz der Lockerungen im Grunde nicht viel. Sie haben auch weiterhin weder das Geld für einen Kinobesuch oder einen Ausflug in den Dinopark. Und erst recht nicht für den Urlaub.

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Erstellt:
21. Juni 2020, 06:58 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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