Philipp Keßler DH

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Fußball 26.04.2019 Von Philipp Keßler

Nicht zu viel erwarten

Der deutsche Fußball träumt von „Mopeds“. Also von Spielern wie Leroy Sané, die unerbittlich über den Rasen pesen und die gegnerischen Spieler umkurven wie Pylonen im Training. Ein dreiviertel Jahr nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der WM in Russland präsentiert der DFB jetzt sein neues Reform-Paket für die Nachwuchsausbildung – doch resultiert daraus automatisch der kommende deutsche Messi? Dürfen wir Fans uns auf eine deutsche Nationalelf freuen, die 2034 im brasilianischen Stil den goldenen Pokal gewinnt? 79373 Vorhandene festgefahrene Strukturen zu durchbrechen und frischen Wind über die Fußballplätze der Nation wehen zu lassen, kann nur positive Auswirkungen haben. Zwei gegen zwei, drei gegen drei auf kleine Tore – das ist normalerweise die Art und Weise, wie auf Bolzplätzen gekickt wird. Und dort spielen die Jugendlichen, weil es ihnen Spaß macht.

In Zeiten, in denen selbst der Volkssport Nummer eins unter Nachwuchsmangel leidet, ist die Reform zumindest ein wichtiger Wegweiser, um wieder mehr Kinder für den Fußball im Verein zu gewinnen. Die Mini-Teams versprechen mehr Ballbesitz, und welcher Jugendliche schnürt sich schon die Sportschuhe, um das halbe Spiel in der Innenverteidigung auf das Spielgerät zu warten, um es anschließend möglichst weit weg zu pöhlen?

Dennoch: Wir tun gut daran, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Nicht jedes Kind ist als Dribbler zur Welt gekommen und manchem liegt eben die kantige Rolle im defensiven Mittelfeld in den Genen. Und letztlich liegt der Schlüssel zum Erfolg nicht darin, dass alle zehn Feldspieler wie Mopeds in den gegnerischen Strafraum flitzen. Es bleibt ein positionsbezogener Sport, bei dem alle Rollen optimal besetzt werden wollen.

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Erstellt:
26. April 2019, 21:06 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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