09.12.2012

Nienburg erinnert an „Auschwitz-Erlass“

Sinto Hugo Höllenreiner morgen um 19.30 Uhr als Zeitzeuge zu Gast im Rathaus

Nienburg (DH). Am 16. Dezember 1942 befahl der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Heinrich Himmler, Sinti und Roma und ihnen zugerechnete Volksgruppen wie die „Jenischen“ mit dem Ziel ihrer Vernichtung in das so genannte Zigeunerlager des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu deportieren. Der Befehl ging als „Auschwitz-Erlass“ in die Geschichte des Holocaust ein. Aus Anlass des 70. Gedenkens daran lädt die Stadt Nienburg zu einem Abend mit dem Zeitzeugen Hugo Höllenreiner ein.

Am 16. Mai 1944 beschloss die SS, das Lager im Abschnitt B II e des KZ Auschwitz-Birkenau „aufzulösen“. Hinter diesem harmlos klingenden Begriff verbarg sich vielfacher geplanter Mord. Alle Insassen dieses Abschnitts, Sinti, Roma und Jenische aus dem Reichsgebiet und den von der Wehrmacht besetzten Ländern, sollten auf der Stelle vergast werden, um Platz für andere unglückliche Opfer des NS-Terrors zu schaffen. Doch die Häftlinge des „Zigeunerlagers“ erhoben sich gegen den Todesplan. Mit Schaufeln, Picken und anderen provisorischen Waffen boten sie den Schergen der SS Paroli. All dies hat sich unauslöschlich in das Gedächtnis des Sinto Hugo Höllenreiner eingebrannt. Am morgigen Montag berichtet er im Nienburger Rathaus von seinem Leben.

Mit ihm nach Nienburg kommt die Berliner Autorin Anja Tuckermann. Sie hat das Leben von Hugo Höllenreiner aufgeschrieben und unterstützt ihn bei der Erinnerungsarbeit. Die Veranstaltung des Arbeitskreises Gedenken steht unter dem Motto „Wir haben uns gewehrt!“. Sie findet statt am morgigen Montag, 10. Dezember, um 19:30 Uhr im Dendermonde-Saal. Bürger aller Alters- und Bevölkerungsgruppen sind willkommen.

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Erstellt:
9. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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