Die Schüler Lea Graf und Nadine Lender von der OBS Marklohe, Chantalle Engler, Gina Maria Kleinelsen und Ercan Celik von der Leintorschule (von links), ganz rechts Organisator Martin Bauer. Stadt Nienburg

Die Schüler Lea Graf und Nadine Lender von der OBS Marklohe, Chantalle Engler, Gina Maria Kleinelsen und Ercan Celik von der Leintorschule (von links), ganz rechts Organisator Martin Bauer. Stadt Nienburg

Nienburg 31.03.2017 Von Die Harke

Nienburg erinnert an Deportationen

Schüler der Leintorschule und Oberschule Marklohe verlasen die Namen der Verschleppten

Mit einer Gedenkstunde erinnerte Nienburg jetzt an die jüdischen Bürger der Stadt, die vor 75 Jahren nach Hannover-Ahlem verschleppt wurden. Dort hatte die SS in der beschlagnahmten Jüdischen Gartenbauschule ein Sammellager für Juden und Sinti aus der Region Hannover errichtet. Die unter menschenunwürdigen Bedingungen Inhaftierten wurden im Laufe des Jahres 1942 in Ghettos und Konzentrationslager in den besetzten Gebieten im Osten deportiert. Heute befindet sich in der ehemaligen Gartenbauschule eine Gedenkstätte, die die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wachhält. Wie der Vorsitzende des [DATENBANK=3516]Arbeitskreises Gedenken[/DATENBANK], [DATENBANK=9]Thomas Gatter[/DATENBANK], zu Beginn der Feierstunde ausführte, setzt sich die Stadt Nienburg intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander. Dies habe auch deshalb einen hohen Stellenwert in der Erinnerungskultur der Stadt, weil damit ein handlungsorientiertes Bekenntnis für eine Gesellschaft der Vielfalt und der interkulturellen Wertschätzung verbunden sei. Gatter äußerte sich erfreut über die gute Beteiligung von Jugendlichen und Erwachsenen an der Veranstaltung. Auch Bürgermeister [DATENBANK=1]Henning Onkes[/DATENBANK] nahm an der Gedenkstunde teil. Der Arbeitskreisvorsitzende dankte insbesondere dem ehemaligen Jugenddiakon des evangelischen Kirchenkreises, [DATENBANK=3518]Martin Bauer[/DATENBANK], für die Vorbereitung der Veranstaltung.

Schüler der [DATENBANK=3590]Leintorschule[/DATENBANK] und [DATENBANK=827]Oberschule Marklohe[/DATENBANK] verlasen im Rahmen der Gedenkfeier auf dem Schloßplatz die Namen der Deportierten und Einzelheiten der Deportation. Ein Band mit den Namen der Juden wurde ausgelegt und mit Rosen und Kerzen geschmückt. Die damals Verschleppten mussten sich am 28. März 1942 mit wenigen Habseligkeiten auf dem Schloßplatz einfinden, von wo der Abtransport erfolgte. Die näheren Umstände der Deportation, die Bedingungen der Internierung in Hannover-Ahlem und das weitere Schicksal der Internierten sollen in einer Ausstellung des Arbeitskreises im November dieses Jahres beleuchtet werden.

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Erstellt:
31. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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