20.04.2014

„Nienburg ist eben nicht München“

City-Manager Peter Siepel im Gespräch mit der Harke am Sonntag

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Dass er wütend den Raum verlässt, wenn ihm irgendwas nicht schnell genug geht, kommt immer noch vor. Aber bei weitem nicht mehr so oft wie früher. „Man wird bescheidener“, räumt Peter Siepel ein. Seit etwa einem viertel Jahr ist der Nienburger für den „Nienburg Service“ (wieder) als City-Manager tätig. Und sieht sich als Bindeglied zwischen der Kaufmannschaft und der Stadtverwaltung. „Ich will wieder Schwung in die Bude beringen“, berichtet Siepel im Gespräch mit der Harke am Sonntag. Und meint damit nicht unbedingt das Rathaus. „Auch wir im Nienburg Service haben in den letzten Jahren vieles schleifen lassen“, räumt er ein. Die Nackenhaare sträuben sich dem Immobilienmakler, der demnächst seinen 70. Geburtstag feiert, nicht, wenn er zu Fuß durch die Fußgängerzone geht. „Nienburg ist eben nicht München“, gibt er zu bedenken. Zu tun gibt es für ihn dennoch genug.

Noch nicht gestorben ist für den Sprecher der Werbegemeinschaft beispielsweise das Thema „Bäume in der Innenstadt“. „Auch wenn zurzeit diverse Versorgungsleitungen dagegen zu sprechen scheinen, dass die neuen Bäume dort gepflanzt werden können, wo vor Jahren die Robinien gefällt werden mussten, so bleiben wir doch am Ball“, so Siepel.

Die Leerstände nimmt der City-Manager gelassen. „Die gibt‘s überall“, ist er überzeugt. Ein Dorn im Auge sind ihm jedoch die Vitrinen. „Die müssen unbedingt weg. Sie sind überhaupt nicht mehr zeitgemäß“, betont Siepel.

In die Zuständigkeit des Nienburg-Service zurückgeholt werden die mit Werbung versehenen Papierkörbe, die Webcams und die Weihnachtsbeleuchtung. „Um deren Instandhaltung hat sich offenbar gar keiner mehr gekümmert“, so der Unternehmer. „Dabei schlägt die Beleuchtung der Innenstadt im Advent mit rund 15 000 Euro zu Buche“, fährt er fort.

Siepel räumt aber ein, dass sich der Nienburg-Service auch an die eigene Nase fassen muss. „Wir brauchen zwingend verlässliche Kernöffnungszeiten. Der Kunde, der in Eystrup vor der Wahl steht, biege ich links rum nach Nienburg oder rechts rum nach Verden ab, muss wissen, dass es sich lohnt, auch sonnabends nach 13 Uhr noch in die Einkaufsstadt Nienburg zu fahren“, so der City-Manager. Freuen würde er sich, wenn sich die Beschicker des Nienburger Wochenmarktes bereit erklärten, länger in der Stadt zu bleiben. „Im Gegenzug wären wir gerne bereit, für zusätzliche Attraktionen, wie Straßenmusiker, Kleinkünstler oder heimische Musikgruppen zu sorgen“, berichtet Peter Siepel weiter. Als Bühne könnte die ehemalige Bushaltestelle in Höhe des Cup & Cino dienen.

Nur schwer ertragen kann der Vertreter des Nienburg-Service dagegen, dass es in puncto Innenstadtgestaltung nicht so recht weitergeht. „Wir werden zwar wieder mehr zu Ausschuss-Sitzungen eingeladen. Was wir dort zu hören bekommen, haben wir aber – zumindest gefühlt – vor zehn, 15 Jahren auch schon gehört“, so Siepel.

Um das ganze zu beschleunigen, denkt der Nienburg-Service zurzeit über einen Architekten-Wettbewerb zur Möblierung der Innenstadt nach.

Und auch darüber, ob man die „Kleine Nienburgerin“ als lebende Symbolfigur und Werbeträgerin für die Stadt nicht „wiederbeleben“ sollte.

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Erstellt:
20. April 2014, 00:00 Uhr
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