Die Band „Choose Yur Path“ setzte auf wummernde Bässe und lauten Gesang. Das Publikum ging mit. Niemeyer

Die Band „Choose Yur Path“ setzte auf wummernde Bässe und lauten Gesang. Das Publikum ging mit. Niemeyer

Nienburg 04.02.2018 Von Die Harke, Von Lotte Niemeyer

Nienburg rockt für Freiheit

Erstes Werksfestival im Kulturwerk: Mit dem Winter-Burnout vom Altstadtfest dem trüben Alltag entkommen

Mit den Worten „Freiheit ist nicht selbstverständlich“ eröffnete der Singer-/Songwriter der Rockband „[DATENBANK=7063]Opas Stube[/DATENBANK]“ das Werksfestival im [DATENBANK=340]Kulturwerk[/DATENBANK] in Nienburg, das eben dieses in seinem Motto beinhaltet: Nienburg rockt für Freiheit. Am Freitag und Samstag spielten mehrere Bands quer Beet durch die Musikgenres. Das erste Werksfestival Nienburgs ist ein Versuch, das Burnout vom Altstadtfest auch in den Winter zu holen, um so dem trüben Alltag zu entkommen. Mitglieder des Kulturwerks, der Rock-Initiative, des Arbeitskreises Gedenken und des Radios Mittelweser arbeiteten und planten seit anderthalb Jahren an der Umsetzung – mit Erfolg! Zu Beginn war der Saal des Kulturwerks leider kaum gefüllt. Das änderte sich allerdings im Laufe des Abends: Die Texte wurden zusehends unverständlicher, die Musik immer lauter, aber die Stimmung immer besser.

Die fünf Mitglieder starke Band „Opas Stube“ aus Verden machte den Anfang. Der Name lässt es schon vermuten: Die Mitglieder der Band waren etwas älter als die der anderen Bands. Aber lange nicht zu alt, um gute Musik und eine gute Show zu machen. Seit zweieinhalb Jahren freuen sie sich stets darauf zusammenzukommen, ein Bierchen zu trinken und Musik zu machen. Mit einem Pappaufsteller von John Wayne spielten, sangen und feierten sie auf der Bühne, auch wenn das Publikum während des Auftritts eher spärlich zugegen war.

„Jetzt wird’s laut für die Freiheit“, hieß es, und so war es dann auch: Die Band „Still awake“ aus München lieferte einen krassen Cut zu ihrem Vorgänger und riss die Zuschauer durch laute Bässe und Headbanging mit. Am Schlagzeug saß der Nienburger „Schmidthüsen“, der schon in vielen Bands gespielt hat und innerhalb einer Woche alle Songs lernen musste, um mit „Still awake“ beim Werksfestival auftreten zu können. Durch die langen Haare der Bandmitglieder sah deren Headbanging nur umso besser aus.

Die vier jungen Männer aus Bad Oeynhausen, die sich „Choose Your Path“ nennen, haben an Lautstärke dann nochmal was oben drauf gelegt. Auch wenn das Publikum kaum in der Lage war, etwas vom Text zu verstehen, hat man es der Band angesehen, wie sie die Texte spüren.

Um dem Ganzen noch etwas mehr Kultur einzuhauchen, ergriff [DATENBANK=9]Thomas Gatter[/DATENBANK] vom [DATENBANK=3516]Arbeitskreis Gedenken[/DATENBANK] zwischendurch das Wort und zitierte Songs von Rocklegenden wie AC/DC. Warum der Arbeitskreis Gedenken beim Werksfestival mitmischte, erklärte Gatter: „Es geht um Gedenken für Gegenwart und Zukunft. Auf dass wir alle frei sind!“ Und eben diese Freiheit kann laut Gatter sehr gut durch individuelles Auftreten, Meinungsfreiheit und ganz besonders durch Musik ausgelebt werden. „Freiheit“, so Gatter, „bedeutet, das Leben so zu gestalten, dass man sich wohl fühlt.“

Auftritte von „[DATENBANK=7065][DATENBAN[/DATENBANK]K=7064]Mad Monks[/DATENBANK]“, „[DATENBANK=6924]Meilentaucher[/DATENBANK]“, „Der To“ und [DATENBANK=131]Frank Wesemann[/DATENBANK] mit seiner Band gehörten zum weiteren Programm. Insgesamt hätten sich auf jeden Fall mehr Leute aufraffen und zum Kulturwerk kommen sollen, um die Bands zu feiern. Sie hätten es sicher nicht bereut, da für viele Geschmäcker etwas dabei war. Und bei dem, was die Musiker gezeigt haben, hatten sie es auch verdient, von mehr Ohren gehört zu werden.

„Still Awake“ zog mit ihrem markanten Äußeren die Blicke auf sich. Niemeyer

„Still Awake“ zog mit ihrem markanten Äußeren die Blicke auf sich. Niemeyer

„Opas Stube“ war durchaus nicht mit „Opas“ besetzt. Niemeyer

„Opas Stube“ war durchaus nicht mit „Opas“ besetzt. Niemeyer

Die Zuhörer trauten sich erst nach einigen Aufforderungen der Bands nach vorne und  fingen an zu tanzen. Aber auch ohne Tanz genossen sie die Musik. Niemeyer / Archiv

Die Zuhörer trauten sich erst nach einigen Aufforderungen der Bands nach vorne und fingen an zu tanzen. Aber auch ohne Tanz genossen sie die Musik. Niemeyer / Archiv

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Erstellt:
4. Februar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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