Sebastian Stüben DH

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Kolumnen 29.03.2017 Von Sebastian Stüben

Nienburg zum Greifen nah

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ An das Zitat des Dichters Matthias Claudius (1740 bis 1815) fühlte ich mich erinnert, als ich am Dienstagabend in Nienburg aus dem Intercity stieg. Hinter mir lag eine gut sechsstündige Bahnreise von Großenbrode an der Ostsee bis in die Kreisstadt an der Weser. Die Verspätung durch einen Feuerwehreinsatz auf den Gleisen zwischen Hamburg und Hannover hielt sich mit rund einer Stunde in Grenzen. Sehr ärgerlich nur, dass ich rund 90 Minuten vor meiner Ankunft bereits einmal in Nienburg war, aber nicht aus dem Zug kam. Da war Nienburg zum Greifen nah – und doch unerreichbar.

Von vorn: Um 16.24 Uhr bin ich am Hamburger Hauptbahnhof in den ICE nach Hannover gestiegen – geplante Ankunft: 17.38 Uhr. Kurz nach der Abfahrt kam die Lautsprecherdurchsage, der Zug müsse über Bremen nach Hannover fahren wegen des besagten Feuerwehreinesatzes. Die Verspätung würde wenigstens 45 Minuten betragen.

Nach kurzem Ärgern kam mir die Erkenntniss, dass ich von Bremen nach Hannover ja über Nienburg fahre – es sollte jedoch keinen Halt geben. Als der ICE dann doch in der Nähe des Nienburger Bahnhofes hielt, weil er einen entgegenkommenden Zug durchlassen musste, sah ich meine Chance gekommen. Doch die Zugbegleiter nahmen mir schnell meine Hoffnung: „Würden wir am Bahnsteig stehen, wäre es wohl möglich, aber hier mitten auf den Gleisen können wir das nicht machen.“

Und so fuhr ich nach zehnminütigem Halt weiter nach Hannover und gleich wieder zurück – mein Bus nach Liebenau war weg.

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Erstellt:
29. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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