Nienburger Tafel braucht dringend Hilfe

Nienburger Tafel braucht dringend Hilfe

Beate Kiehl (Mitte) mit ihren Mitstreiterinnen Monika Hahn und Ingrid Heine-Wagener. All drei würden sich sehr freuen, wenn wieder mehr Menschen die Nienburger Tafel unterstützten. Hagebölling

Nienburg. Beate Kiehl schlägt Alarm. Weil auch immer mehr Flüchtlinge zu den Ausgabestellen der Nienburger Tafel kommen, werden die Lebensmittel knapp. Sorge bereitet ihr außerdem das rückläufige Spendenaufkommen. Und der Umstand, dass die Arbeit von immer weniger Helfern erledigt werden muss. Verstärkung – gerne auch von einem „Bufdi“ – ist darum ebenfalls dringend vonnöten bei der Nienburger Tafel.

„Natürlich wird niemand mit leeren Händen weggeschickt, wenn er zu unseren Ausgabestellen in Nienburg, Hoya und Stolzenau kommt“, betont Tafel-Chefin Beate Kiehl. „Alle werden versorgt, es gibt nur weniger“, fährt sie fort.

460 neue Kunden-Ausweise hat Beate Kiehl in diesem Jahr schon ausgestellt. 46 585 Menschen wurden im gesamten Jahr 2104 mit kostenlosen Lebensmitteln versorgt, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es bereits 29 000. „Zu uns kommen mittlerweile Männer, Frauen und Kinder aus 18 Nationen“, so Beate Kiehl weiter. Die Hilfesuchenden stammen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Algerien, Kasachstan, Eritrea oder vom Balkan.

Die Menschen kommen aus dem gesamten Landkreis. Sie kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften. „Eine Verständigung ist oft schwierig. Auch wissen wir gar nicht, ob die Menschen die Lebensmittel, die wir ihnen aushändigen, überhaupt vertragen“, berichtet die Tafel-Chefin weiter.

„Die Tafeln sind auf die steigende Zahl der Asylbewerber schlicht nicht vorbereitet“, räumte Beate Kiehl im Treffen mit der Harke am Sonntag ein. Nicht nur in Nienburg. Kiehl ist Mitglied im Landesverband der Tafeln in Niedersachsen und Bremen. Die Situation ist überall ähnlich.

Freuen würden sich Beate Kiehl und ihre Mitstreiter, wenn sich wieder mehr Menschen fänden, die die Tafel unterstützen. Entweder, indem sie tatkräftig mit anpacken, wenn es darum geht, mit einem der beiden „Sprinter“ die Supermärkte in der Region anzufahren und die Lebensmittel abzuholen, oder, indem sie zu den Öffnungszeiten der Ausgabestellen in Nienburg, Hoya und Stolzenau vor Ort sind. Interessierte können sich bei Beate Kiehl aber auch im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) bewerben.

Willkommen sind der Tafel-Chefin aber auch die Menschen, die sich gerne ein Bild von den Örtlichkeiten machen möchten. Oder die Tafel finanziell unterstützen wollen.

Interessierte erreichen Beate Kiehl unter der Telefonnummer 0 50 21 - 91 50 60 oder per Email unter info@nienburger-tafel.de. Das Konto bei der Sparkasse hat die IBAN DE 76 25650106 00 60006483.