Hauptfeldwebel Kevin A. vor seinem Arbeitsplatz. Von hier aus hat er die Überwachungstechnik im Blick.

Hauptfeldwebel Kevin A. vor seinem Arbeitsplatz. Von hier aus hat er die Überwachungstechnik im Blick.

Nienburg 20.01.2021 Von Die Harke

Nienburger lernen sich in Mali kennen

Drei Soldaten aus unterschiedlichen Standorten in Niedersachsen haben eine gemeinsame Heimatstadt

Dass sich Nienburger Soldaten im Einsatz befinden, ist nach Mitteilung der Bundeswehr nicht außergewöhnlich. Vor allem die Spezialisten vom Multinationalen Civil Military Cooperation Command (MN CIMIC Civil Military Co-Operation Cmd) aus Langendamm seien weltweit im Einsatz. Sie bildeten in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr die Schnittstelle zwischen zivilen und militärischen Akteuren.

Aber Nienburg sei nicht nur für dieses Kompetenzzentrum der Bundeswehr bekannt, dort lasse es sich auch gut leben. Und so hätten sich drei Soldaten, die alle in Nienburg wohnen, aber an unterschiedlichen Dienstorten der Bundeswehr in Niedersachsen ihren Dienst leisten, erst in Mali kennengelernt. „Die Welt ist ein Dorf“ – Nienburg in diesem Fall. Über 5300 Kilometer von der Heimat entfernt, arbeiteten die drei Soldaten zusammen in der Wüste in Gao im Feldlager „Camp Castor“.

Er war zuerst in Mali. Hauptfeldwebel Kevin B. hat die beiden anderen Nienburger nach deren Ankunft kennengelernt. Die drei haben zusammen im multinationalen „Camp Castor“ in Gao gedient. Fotos: Bundeswehr

Er war zuerst in Mali. Hauptfeldwebel Kevin B. hat die beiden anderen Nienburger nach deren Ankunft kennengelernt. Die drei haben zusammen im multinationalen „Camp Castor“ in Gao gedient. Fotos: Bundeswehr

Hauptfeldwebel Kevin A. und Hauptfeldwebel Sergej R., beide aus Langendamm, seien sich bereits kurz vor dem eigentlichen Einsatz begegnet. Seit Beginn der Corona-Krise müssten alle Soldatinnen und Soldaten vor ihren Auslandseinsätzen in eine isolierte Unterbringung in Deutschland, um eine Gefährdung des deutschen Personals in den Einsatzgebieten auszuschließen. Für die beiden stand diese Vorsorgemaßnahme in einem Hotel in Hannover auf dem Programm.

Für Hauptfeldwebel Sergej R. als Systemadministrator ist die IT auch im Einsatz wichtigstes Arbeitsmittel. Er betreut die Röntgenanlage im „Camp Castor“.

Für Hauptfeldwebel Sergej R. als Systemadministrator ist die IT auch im Einsatz wichtigstes Arbeitsmittel. Er betreut die Röntgenanlage im „Camp Castor“.

Während der Aufnahme ins Hotel kamen die beiden ins Gespräch. In Mali verrichteten sie in einem Arbeitsbereich ihren täglichen Dienst gemeinsam. Den dritten Nienburger im Bunde, Hauptfeldwebel Kevin B., hätten sie im Einsatz getroffen. Mehrere Monate seien die Soldaten im Rahmen der UN-Mission MINUSMA im „Camp Castor“ stationiert und leisten dort ihren Dienst. Die Hauptaufgabe des deutschen Einsatzkontingentes sei, dafür zu sorgen, dass die Waffenruhe in Mali eingehalten wird. Die Grundlage dafür bilde der Friedensvertrag von Algier aus dem Jahr 2015.

Die Bundeswehr leiste mit ihren Aufklärungskräften in der Luft und am Boden einen Beitrag zur multinationalen Mission. Die gewonnenen Informationen würden dem UN-Hauptquartier in Bamako zur Verfügung gestellt. Um das alles zu ermöglichen, benötige die Bundeswehr gut ausgebildete Spezialisten.

Ein handfestes Stück Heimat in Gao. Ortsschilder der Heimatgemeinden sind Tradition in den Einsätzen der Bundeswehr. Egal ob privat geschafft oder von der Gemeinde gestiftet. Foto: Bundeswehr

Ein handfestes Stück Heimat in Gao. Ortsschilder der Heimatgemeinden sind Tradition in den Einsätzen der Bundeswehr. Egal ob privat geschafft oder von der Gemeinde gestiftet. Foto: Bundeswehr

Das sind die drei Nienburger: Hauptfeldwebel Kevin A. ist Angehöriger des Bataillons Elektronische Kampfführung 912 aus Langendamm. Er ist Systemadministrator und für die Überwachungstechnik im „Camp Castor“ zuständig. Dabei sitze er nicht nur hinter den Monitoren und sorge für die Campsicherheit, sondern könne in seiner kleinen Werkstatt die Technik warten und instandsetzen.

Zur Campabsicherung gehöre auch eine Röntgenanlage im Eingangsbereich, ähnlich der Passagierkontrolle auf einem Flughafen. Das sei der Verantwortungsbereich von Hauptfeldwebel Sergej R., der normalerweise seinen Dienst bei der Luftwaffe als Systemadministrator beim Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf leiste.

Da Hauptfeldwebel Kevin B. in der Feldlagerkommandantur des Camps, also der militärischen Verwaltung der Einsatzliegenschaft arbeitet, sei der Kontakt der drei in gewisser Weise unvermeidlich gewesen. Die Dienststelle von Hauptfeldwebel Kevin B. ist die Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover.

In seiner Werkstatt hat Hauptfeldwebel Kevin A. alles Notwendige für kleine Reparaturen und Wartungsarbeiten seiner Systeme. Foto: Bundeswehr

In seiner Werkstatt hat Hauptfeldwebel Kevin A. alles Notwendige für kleine Reparaturen und Wartungsarbeiten seiner Systeme. Foto: Bundeswehr

Nachdem man sich in Besprechungen kennengelernt hatte, würden die drei Männer viel Zeit miteinander vewrbringen. „Es ist unglaublich, da wohnen wir in Langendamm quasi Tür an Tür und müssen erst in den Einsatz gehen, um uns kennenzulernen“, sagt Hauptfeldwebel A. Er wohne nur circa 200 Meter Luftlinie von Hauptfeldwebel Sergej R. entfernt. Die Verbundenheit zur Heimat eine alle drei Soldaten. Also entstand der Entschluss, ein Stück Heimat müsse her.

Kurzerhand wurde ein Ortsschild Nienburgs in Auftrag gegeben und in den Einsatz geschickt. Jetzt hänge es im Arbeitsbereich der Soldaten und erinnere sie daran, wo sie herkommen und dass es bald nach Hause gehe: Hauptfeldwebel B. ist bereits wieder zurück, und die anderen beiden werden das Frühjahr dann wieder am Ufer der Weser im Herzen Niedersachsens erleben können. Ein Wiedersehen zu Hause sei dann auch schon fest geplant, heißt es abschließend von der Bundeswehr.

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Erstellt:
20. Januar 2021, 06:55 Uhr
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