Sarah Peters ist Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Nienburg. Foto: Stadt Nienburg

Sarah Peters ist Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Nienburg. Foto: Stadt Nienburg

Nienburg 07.01.2021 Von Die Harke

„Noch ein langer Weg bis hin zur Gleichberechtigung“

Nienburgs Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters legt ihren Jahresbericht vor

Knapp 100 Jahre dauert es noch, bis wir global die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern erreicht haben. So sagt es der kürzlich erschienene „Global Gender Gap Report des World Economic Forums“. Ein kleiner Trost: Westeuropa gehört laut diesem Bericht zu den Teilen der Welt, in denen es immerhin nur noch 54 Jahre lang dauert, teilt Sarah Peters, die Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Nienburg, in einer Pressemitteilung mit.

Fraglich sei es jedoch, inwieweit das aktuell reaktionäre politische und gesellschaftliche Klima dazu führen wird, dass Deutschland und Europa insgesamt doch langsamer vorankommen, als in diesem Report vorhergesagt. Gleichstellungsarbeit werde seit jeher sehr kritisch bis verhöhnend betrachtet. Das sei ein bekannter Effekt, wenn es um das Teilen von Macht und Privilegien geht. Im Bereich der Gleichstellung gehe es um einen Erhalt patriarchaler Strukturen, welche Männer tendenziell bevorzugen und Frauen tendenziell benachteiligen.

Ein Instrument, um den aktuellen Stand der Gleichstellungsbestrebungen zu messen, stellt der Gleichstellungsbericht dar. Das Gesetz sehe vor, dass die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten regelmäßig über den aktuellen Stand innerhalb der Verwaltung und der Kommune berichtet. Im kürzlich erschienenen Gleichstellungsbericht der Stadt Nienburg werden die Jahre 2016 bis 2018 abgebildet. Auch das Jahr 2019 finde Berücksichtigung. Im Bericht erfolge grundsätzlich ein Überblick über die Entwicklungen innerhalb der Stadtverwaltung.

Ein Großteil der Arbeit kommunaler Gleichstellungsbeauftragter befasse sich mit internen Vorgängen. Das beziehe sich in besonderem Maße auf den Bereich Personal. Allerdings seien auch alle anderen Bereiche der Verwaltung potenziell mit dem Thema Gleichstellung konfrontiert. Die Querschnitte würden jedoch häufig nicht sofort deutlich und ließen sich oft erst nach Abschluss eines Arbeitsprozesses verdeutlichen. Obwohl die Arbeit nach innen einen umfassenden Teil der Arbeitszeit einnehme, würden auch die Maßnahmen, Ergebnisse und Problematiken dargestellt, die das öffentliche Leben innerhalb der Stadt betreffen.

„Ziel dieses Berichts ist es, ein möglichst eingängiges und verständliches Bild des aktuellen Stands der Gleichberechtigung in der Stadt und in der Verwaltung Nienburg/Weser zu liefern“, sagt Sarah Peters und ergänzt: „Gleichstellung ist sehr schwer messbar, denn es handelt sich um einen strukturellen Wandel. Dieser ist – wie so oft – Kopfsache. Die Einsicht und das Verständnis struktureller Problematiken und die damit einhergehenden Diskurse sind immer auch mit einer kritischen Selbstreflexion verbunden und nicht alle Menschen sind dazu bereit oder in der Lage.“

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Erstellt:
7. Januar 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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