Sie dampfen wieder, die Museums-Eisenbahnen in der Mittelweser-Region – hier die aus Bruchhausen-Vilsen. Mittelweser-Touristik

Sie dampfen wieder, die Museums-Eisenbahnen in der Mittelweser-Region – hier die aus Bruchhausen-Vilsen. Mittelweser-Touristik

Hoya / Bruchhausen-Vilsen 02.06.2019 Von Die Harke

Nostalgie auf Schienen unterwegs

Museums-Eisenbahnen und andere besondere Züge sind in der Region unterwegs

Nun dampfen sie wieder – die nostalgischen Loks der ältesten deutschen Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen. Mehr als neunzig meterspurige, größtenteils betriebsfähige Kleinbahn-Fahrzeuge gehören mittlerweile zur Sammlung. Jeden Samstag und Sonntag von Mai bis Oktober geht es von Bruchhausen-Vilsen über Heiligenberg nach Asendorf und zurück. Auf der über 100 Jahre alten, acht Kilometer langen Strecke führen die Mitglieder des Deutschen EisenbahnVereins (DEV) ihren Gästen den authentischen Betrieb einer Kleinbahn vor, wie er vor der Jahrhundertwende 1900 bis etwa 1950 in vielen Regionen Deutschlands zum Alltag gehörte. Neben diesem „Regelverkehr“ werden viele Sonderfahrten wie der Spargel-, Kartoffel- oder Schlemmer-Express durchgeführt. Im Advent steigt dann der Nikolaus höchstpersönlich zu und verteilt Geschenke an die Kleinen. Darüber hinaus steht der prunkvoll hergerichtete Salonwagen Paaren für den schönsten Tag ihres Lebens zur Verfügung. Wer im Salonwagen „Ja“ sagt, befindet sich während der Trauung bereits auf Hochzeitsreise.

Eine weitere Museumseisenbahn in der MittelweserRegion ist die Kleinbahn Bremen-Stuhr-Weyhe-Thedinghausen, auch „Pingelheini“ genannt. Sie verkehrt mindestens einmal monatlich an Sonntagen. Alle Bahnhöfe liegen an hervorragend ausgeschilderten und ausgebauten Radwegen. Die Fahrradmitnahme ist im Pingelheini völlig unkompliziert und kostenlos. Die Waggons aus den 1920er-Jahren werden von einer alten Diesellok aus den 1950er-Jahren gezogen. Der Name „Pingelheini“ entstammt dem Volksmund. Bis 1955 fuhren die Züge mit einem warnenden Klingeln durch die Ortschaften: sie „pingelten“.

Der „Kaffkieker“, ein historischer Schienenbus aus den 1960er Jahren, fährt in der Regel am ersten und dritten Sonntag im Monat sowie an vielen zusätzlichen Tagen von Eystrup über Hoya, Bruchhausen-Vilsen nach Syke und zurück. Eine Fahrradmitnahme ist im „Kaffkieker“ ebenfalls möglich.

Ein Highlight ist die historische Güterzugdampflok im Kirchweyher Bahnhof. Erbaut wurde sie im Juni 1941 von der Firma Schichau in Elbing (Westpreußen). Sie hat ein Gewicht mit Tender von 137 Tonnen. Der Förderverein Museumslok Weyhe schuf mit diesem technischen Denkmal eine Erinnerung an die Kirchweyher Eisenbahnära. Weyhe war einst der größte Verschiebebahnhof in ganz Preußen, um daran zu erinnern wurde die Dampflok gekauft, nach Weyhe geschleppt und restauriert. Nach und nach kamen einige Waggons hinzu, in denen eine regionale Eisenbahnausstellung untergebracht ist.

Weitere Museumseisenbahnen verkehren in und um Minden, zwischen Verden und Stemmen sowie ein historischer Schienenbus zwischen Rahden und Uchte. Ein Hingucker an der 25 Kilometer langen Strecke ist der Hochzeitsbahnhof in Lavelsloh mit einem liebevoll eingerichteten Trauzimmer.

Erlebenswert ist auch die Moorbahn im Uchter Moor. Mit einer Gesamtlänge von mehr als zehn Kilometern verfügt die Moorbahn über das längste Streckennetz ähnlicher Bahnen in Niedersachsen. Der Gast fährt durch das 3 263 Hektar große Naturschutzgebiet und lernt das Moor auf der etwa zweistündigen Fahrt einmal anders kennen. Start ist der Bahnhof in Essern. Hier befindet sich auch das Informationszentrum „Tor zum Moor“ mit einer interessanten Ausstellung zum Thema Moor, Torf und „Moora“ – das Mädchen aus dem Uchter Moor. Hierbei handelt es sich um die bislang älteste Moorleiche Nordwestdeutschlands.

Weitere Informationen sowie die Fahrpläne der Bahnen gibt es bei der Mittelweser-Touristik, Lange Straße 18 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 91 76 30, E-Mail: info@mittelweser-tourismus.de. in der MittelweserRegion

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Erstellt:
2. Juni 2019, 12:52 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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