Die heimische Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) mit dem Investor und Betreiber Holger Glandorf (Mitte) sowie dem Projektkoordinator Walter Meinders (links). Foto: Büro Völlers

Die heimische Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) mit dem Investor und Betreiber Holger Glandorf (Mitte) sowie dem Projektkoordinator Walter Meinders (links). Foto: Büro Völlers

Nienburg 06.06.2020 Von Die Harke

„Notfalls noch mal nachbessern“

SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers informierte sich auch über die Situation des Nienburger Kinos

Die Corona-Krise hat die Filmbranche schwer getroffen. Daher hat die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) den „Filmpalast am Hafen“ in Nienburg besucht, um mit dem Kinobetreiber Holger Glandorf sowie mit seinem Projektkoordinator Walter Meinders über die Situation des Kinos seit der Schließung im März und den bisherigen Maßnahmen zur Überwindung der Corona-Krise zu sprechen.

Dazu Völlers: „Auch und gerade in der Krise müssen wir die Lichtspielhäuser aufrechterhalten, stabilisieren und gegebenenfalls mit staatlichen Mitteln stärken.“

Seit dem 16. März sind aufgrund der von Bund und Ländern beschlossenen „Leitlinie gegen die Ausbreitung des Coronavirus“ die heimischen Kinos geschlossen. Kinos haben seitdem keine Einnahmen mehr und produzierte Filme aktuell keine Chance auf eine Ausstrahlung.

Der Betreiber des „Filmpalastes am Hafen“, Holger Glandorf, hatte in den vergangenen Wochen viel versucht, um eine Wiedereröffnung zu erreichen. Ein passendes Hygienekonzept ist bereits erarbeitet. Ein Öffnungsdatum konnte ihm vom Land leider bislang noch nicht genannt werden.

Die Ungewissheit über die Frage, wann endlich eine Wiedereröffnung stattfinden kann, sei wohl das Schlimmste, so Glandorf, der letztes Jahr erst Millionen in den Neubau des Kinos am Hafen in Nienburg investiert hatte.

Kinos hätten zudem mit recht hohen Fixkosten zu kämpfen: Die Mieten und Nebenkosten sowie die Finanzierungen liefen weiter und auch die Kinotechnik müsse bezahlt werden. Diese Tatsache stelle viele kleine und mittelständische Betriebe auch ohne Corona-Krise vor große Herausforderungen. „Die Filmverleiher bieten erst dann neue Filme wieder an, wenn auch alle Kinos in Deutschland wieder geöffnet werden dürfen. Das ist natürlich für uns ein zusätzliches Problem“, so Glandorf.

Die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, die sich neben dem Besuch in Nienburg bereits am vergangenen Dienstag mit den Kinobetreibern des „Filmhofes Hoya“ getroffen hatte, betont:„Hier müssen Bund und Länder noch mal nachbessern. Wir brauchen dringend eine Planungssicherheit und zeitnahe Öffnungsperspektiven für die Kinos in Niedersachsen.“

Und weiter: „Darüber hinaus muss es kurzfristige Lösungen für Kultureinrichtungen wie Kinos geben, die oftmals ohne finanziellen Rückhalt leben und keine Chance haben, Kredite abzuzahlen. Ich hoffe, dass die im Konjunkturprogramm beschlossene Überbrückungshilfe über 25 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen hier Einbußen abfangen kann. Andernfalls werden wir nochmal nachlegen müssen.“

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Erstellt:
6. Juni 2020, 21:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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