Edda Hagebölling DIE HARKE

Edda Hagebölling DIE HARKE

Nienburg 21.04.2019 Von Edda Hagebölling

Notre Dame

Notre Dame in Flammen. Waren auch Sie total ergriffen, als sie die Fotos von der brennenden rund 700 Jahre alten Pariser Kirche sahen? Auch die, die noch nie in Paris waren, erfassten das Ausmaß dieser Katastrophe auf Anhieb. Mein nächster Gedanke galt dem Kölner Dom. Auch dort finden ständig irgendwelche Bauarbeiten statt. Und prompt wurde schon am Tag darauf Kölns ehemalige Dombaumeisterin um ihre Einschätzung gebeten. Vermutlich hätte mich noch am gleichen Tag auf den Weg nach Köln gemacht, wenn es „meinen“ Dom getroffen hätte. Doch auch ein Feuer in „meiner“ Heemser St. Michaelis-Kirche hätte mich total bestürzt. Obwohl ich sie eindeutig häufiger von außen als von innen sehe.

Was ist es, dass Kirchen auch für U-Boot-Christen so besonders sein lässt? Warum ziehen sie uns im Urlaub immer wieder magisch an? Sind es die abenteuerlichen Umstände, unter denen sie gebaut wurden? Ist es die außergewöhnliche Architektur, die nicht selten mehrere Baustile vereint? Oder ist es doch die Botschaft, die von ihnen ausgeht?

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Auch im Landkreis Nienburg haben sich die ersten Christen heute schon im Morgengrauen auf den Weg gemacht, um am Osternachtgottesdienst teilzunehmen. Auf sie wartete eine zunächst noch stockdunkle Kirche, die von nur einer einzigen Kerze beleuchtet war. Eine einmalige Atmosphäre, wie alle berichten, die es tatsächlich schaffen, so früh aus den Federn zu kommen.

Wenn Sie dagegen gerade jetzt am Frühstückstisch sitzen, haben Sie den Kirchenbesuch womöglich noch vor sich. Oder waren Sie etwa schon in aller Frühe mit den lieben Kleinen im Garten unterwegs, um zu schauen, ob der Osterhase schon da war?

Doch es gibt nicht nur erfreuliche Geschichten. In Gedanken sind wir auch bei denen, denen es im Moment total egal ist, ob wir die Auferstehung Christi feiern oder nicht. Sie sind unendlich traurig, weil sie hilflos auf den nahenden Tod eines engen Angehörigen warten oder sich zutiefst um die eigene Gesundheit oder die Gesundheit ihrer Familie sorgen.

Die Menschen werden vermutlich auch kaum registrieren, dass wir heute ein traumhaftes Wetter bekommen sollen. Garantiert ist auch Ihre Terrasse längst auf Besuch eingerichtet. Und ganz bestimmt steht auch ihr Fahrrad schon seit Tagen für eine ausgedehnte Oster-Radtour bereit.

Noch bestens in Erinnerung sind sicher nicht nur mir österliche Spaziergänge mit „Kind und Kegel“, bei denen wie von Zauberhand rechts und links vom Wegesrand immer wieder leuchtend rote, gelbe oder grüne kleine Schokoeier auftauchten und darauf warteten, von den Kindern eingesammelt oder vom Hund an Ort und Stelle verschlungen zu werden.

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Erstellt:
21. April 2019, 16:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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