Uchte 16.05.2017 Von Die Harke

Nur acht Prozent aller Proben in Ordnung

BUND hat Brunnenwasser aus dem Raum Uchte analysiert: 64 Prozent wiesen erhöhte Nitratwerte auf

Ende April hat die [DATENBANK=1426]Nienburger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND)[/DATENBANK] das Wasser aus privaten Brunnen im Raum Uchte untersucht. Das Ergebnis bezeichnen die Umweltschützer als „erschreckend“: „64 Prozent der getesteten Brunnen zeigten eine zu hohe Nitratbelastung. Seltener, trotzdem viel zu häufig, traten mit zwei beziehungsweise sechs Prozent aller Brunnenwasserproben stark erhöhte Nitrit- und Ammoniumwerte auf. Diese Stoffe sind gesundheitsschädlich, besonders für Säuglinge. Ein derart belastetes Wasser darf nicht als Trinkwasser verwendet werden“, teilt die BUND-Kreisgruppe mit. Die Nachfrage in Uchte sei mit 73 abgegebenen Proben überwältigend gewesen. „Insgesamt lagen nur acht Prozent der untersuchten Brunnenwasserproben bei allen getesteten Parametern im Bereich der Trinkwasserverordnung. Die meisten Brunnen können zur Nutzwasserversorgung verwendet werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die BUND-Kreisgruppe weist darauf hin, dass „das Wasser auch räumlich benachbarter Brunnen eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung haben kann, so dass Verallgemeinerungen nicht möglich sind“.

Die hohen Nitratwerte, die in ländlich geprägten Regionen des Landkreises regelmäßig auftreten, bezeichnen die Wasserprüfer als besorgniserregend: „Insgesamt lag jede dritte der in den letzten Jahren untersuchten Brunnenwasserproben über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. In der Spitze wurden sogar Werte von über 400 mg/L gemessen – dem Achtfachen des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung. Die Vermeidung von Nitrateinträgen ist zwingend erforderlich, da derzeit keine praktikable Technologie zur Nitratentfernung verfügbar ist.“

[DATENBANK=809]Lothar Gerner vom BUND[/DATENBANK] fordert: „Da die hohe Nitratbelastung hauptsächlich auf Düngung in der Landwirtschaft zurückgeht, ist es zwingend erforderlich, durch Änderung der Düngepraxis den Eintrag von Stickstoff in dasGrundwasser zu vermindern. Sonst werden die hohen Nitratwerte im oberflächennahen Grundwasser bald auch die tieferen Trinkwasserspeicher belasten.“

Parallel durchgeführte Analysen von Wasser aus Fließgewässern im Landkreis haben der Kreisgruppe zufolge „ebenfalls weit überhöhte Nitratwerte an einigen Stellen“ ergeben: „Hier muss das neue Wassergesetz helfen. Mit Gewässerrändern, die Dünger und Pestizide von unseren Fließgewässern fernhalten“, betont [DATENBANK=4042]Dr. Anja Thijsen[/DATENBANK].

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Erstellt:
16. Mai 2017, 21:00 Uhr
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