Nur duzen, wem es gefällt

Nur duzen, wem es gefällt

Matthias Brosch Die Harke

„Das Duzen am Arbeitsplatz ist längst Normalität in Deutschland“ – zu diesem Ergebnis kam jüngst eine repräsentative Umfrage. Matthias

Brosch

Lokalredaktion

70,4 Prozent gaben auf die Frage „Sind Sie mit Ihren Kollegen per Du oder per Sie“ an, dass „Wir uns duzen“. 3,8 Prozent antworteten „Wir siezen uns“. Bei 25,8 Prozent ist es unterschiedlich – je nachdem, mit wem gesprochen werde.

In etwa der Hälfte der deutschen Unternehmen entscheide die Hierarchiestufe über die Anrede – für die Chefin oder den Chef gelte nicht selten das „Sie“. Gut 90 Prozent der Befragten sind letztlich mit diesen Umgangsformen zufrieden.

Der Duden-Sprachratgeber empfiehlt, nicht zu schnell zum „Du“ überzugehen: „Grundsätzlich ist im Geschäftsleben oder bei neuen Kontakten aber zunächst das ,Sie‘ die korrekte Ansprache, und gerade im beruflichen Umfeld wird dadurch eine notwendige und durchaus nützliche Distanz gewahrt; es ist durchaus möglich, dass sich Menschen bedrängt oder nicht respektiert fühlen, wenn sie ungefragt geduzt werden.“ Weiter heißt es: „Kommt man als neuer Kollege in eine Abteilung, in der es üblich ist, sich zu duzen, sollte man dennoch nicht gleich mitduzen, sondern zunächst warten, bis das ,Du‘ angeboten wird. Im Berufsleben bestimmt sich der Rang nach der betrieblichen Hierarchie, das heißt, das ,Du‘ wird von oben nach unten angeboten, der Chef bietet es dem Mitarbeiter an, die ältere Kollegin der jüngeren.“ Ein Freibrief sei das allerdings nicht: „Längst nicht jeder möchte mit allen möglichen Leuten per ,Du‘ sein.“ In diesem Sinne: Ihnen oder Euch einen schönen Mittwoch!