Der Kampfmittelräumtrupp sucht mit Revierförster Jörg Brüning (rechts) den Waldboden ab. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Der Kampfmittelräumtrupp sucht mit Revierförster Jörg Brüning (rechts) den Waldboden ab. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Linsburg 12.11.2020 Von Die Harke

Nur geringe Belastung im Grinderwald

Räumfirma gibt nach Munitionsfunden Entwarnung / Boden auf 35.000 Quadratmetern abgesucht

Nach Munitionsfunden bei Waldarbeiten im April dieses Jahres durch Revierförster Jörg Brüning im Linsburger Grinderwald veranlassten die Niedersächsischen Landesforsten eine Überprüfung des Waldbereiches.

Dort waren nach Zeitzeugenaussagen am Ende des Zweiten Weltkrieges Vorräte des Luftwaffendepots Diepholz ausgelagert. Die gute Nachricht: „Die Belastung der untersuchten Fläche ist gering“, sagt Leonhard Teschner vom Ingenieurbüro Döring, der die Arbeit der Räumfirma im Auftrag der Landesforsten überwacht.

Seit dem 19. Oktober hat eine Räumfirma das Gelände links und rechts des infrage kommenden Wegeteilstückes sondiert. Auch drei vermutliche Bombentrichter im Grinderwald werden bei der Gelegenheit mit sondiert.

Neben etwa einer Tonne Metallschrott wurden bislang lediglich drei Patronen potenziell gefährlicher Zweizentimeter-Munition und etwa 50 Patronen alter Gewehrmunition gefunden. „Wir sind aufgrund der wenigen Funde bereits nach drei Wochen fast fertig, obwohl die Suchdauer ursprünglich auf sechs Wochen angesetzt war“, sagt Teschner. Alle Fundobjekte wurden entfernt.

Die Landesforsten erinnern daran, dass gerade der Fund alter Munition, die oft stark korrodiert ist, sehr gefährlich sein kann. Sie rät daher zu Vorsicht. „Munitionsreste sollen nicht angefasst oder gar irgendwie gesäubert werden. Stattdessen sollte der Fundort markiert werden – und sei es mit einem Papiertaschentuch – und die Polizei benachrichtigt werden“, sagt Ralf Kremeike von der Betriebsleitung der Landesforsten in Braunschweig.

Revierförster Brüning: „Im Grinderwald fanden im und nach dem Krieg meines Wissens keine Kampfhandlungen statt. Dann erinnerte ich mich an einen mittlerweile verstorbenen Linsburger, der mir vor Jahren berichtet hatte, dass aus dem Luftwaffendepot Diepholz Material an einem Waldweg im Grinderwald ausgelagert worden sei.“

Brüning informierte den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen über seinen Fund. Dieser fand bei einer Vor-Ort-Sondierung ebenfalls im April weitere Munition, sodass die Niedersächsischen Landesforsten sich zu einer Räumung beidseits des Weges im Grinderwald entschlossen.

Mitarbeiter der Firma HMK aus Berlin sondierten seit dem 19. Oktober das Gelände mit handgeführten Sonden Zentimeter um Zentimeter auf 35.000 Quadratmetern Waldfläche. Verwendet werden elektromagnetische Sonden die Metalle bis zu zwei Meter Tiefe anzeigen können.

„Der Sondenläufer wird von einem Spatenführer begleitet, der auftauchende Störpunkte vorsichtig aushebt und das gefundene Material vom verrosteten Zaundraht bis zur Patrone birgt. Funde, die tiefer als 40 Zentimeter liegen werden extra mit einem Bagger mit geschützter Kabine geöffnet“, sagt Teschner.

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Erstellt:
12. November 2020, 16:50 Uhr
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