Bei Starkregen ist die Feuerwehr gefordert. Sabine Schönfeld/stock.adobe.com

Bei Starkregen ist die Feuerwehr gefordert. Sabine Schönfeld/stock.adobe.com

Nienburg 11.12.2019 Von Marc Henkel

Nur im Notfall die Feuerwehr rufen

Einsatzkräfte der Wehren sind bei Starkregen im Dauereinsatz / Appell an die Bürger

Bei Starkregenereignissen kommt auch die Feuerwehr zum Einsatz. Wie die Einsatzkräfte in solchen Fällen vorgehen, beschreibt Marc Henkel, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Nienburg: Die Feuerwehren arbeiten bei Starkregenereignissen nahezu alle nach dem gleichen Schema:

Kontrolle der Einsatzstelle: Damit die Feuerwehr mit ihren handelsüblichen Tauchpumpen tätig werden kann, muss ein gewisser Wasserstand im Gebäude vorhanden sein. Ist dieser nicht vorhanden, können die Pumpen das Wasser nicht erfassen.

Es muss zudem die Frage geklärt werden, ob Gefahren für die Einsatzkräfte, zum Beispiel durch Strom, bestehen.

Feststellung der Dringlichkeit: Sind wichtige technische Geräte in Gefahr, zum Beispiel Heizungen?; Sind umweltschädliche Stoffe in dem Wasser vorhanden, zum Beispiel Öl durch eine Heizung?

Wenn ein Einsatz der Feuerwehr gerechtfertigt ist, werden je nach Lage Tauchpumpen, Wassersauger oder größere Pumpen eingesetzt.

Die Feuerwehr pumpt zu 99 Prozent das Wasser aus dem Gebäude in die Kanalisation. Ist das nicht möglich, wird das Wasser (wenn nicht verunreinigt) in die Umwelt gepumpt. Bei beiden Varianten muss sichergestellt werden, dass das abgepumpte Wasser nicht über das Kanalsystem oder über andere Wege wieder in das Gebäude zurückläuft.

Die Feuerwehr kann die Bürger bei Starkregenereignissen nur bitten, sich möglichst selbst zu helfen, beziehungsweise durch Nachbarschaftshilfe aktiv zu werden. Oftmals erreichen innerhalb weniger Minuten eine Vielzahl von Notrufen die Feuerwehr. Sie kann in solchen Fällen die Einsätze nur nach Dringlichkeit abarbeiten. Leider kommt es aber auch vor, dass manche Bürger die Feuerwehr als „Dienstleister“ sehen und schon bei geringen Wassermengen, die man selber entfernen könnte, den Notruf wählen.

Bei Schadenereignissen wie Starkregen kommen die Feuerwehren schnell an ihre Grenzen – nicht nur personell. Die Feuerwehren verfügen zwar über leistungsstarke Pumpen, diese sind aber speziell zur Brandbekämpfung ausgelegt. Tauchpumpen und Wassersauger sind nur in geringer Anzahl verfügbar.

Auch der gesundheitliche Aspekt ist wichtig. Wasser in Gebäuden besteht nicht nur aus dem Oberflächenwasser. Oftmals sind diverse andere Abwässer mit vermischt, sodass die Einsatzkräfte einen besonderen Schutz benötigen. Die Stadt Nienburg als Träger der Feuerwehren innerhalb des Stadtgebietes tut hier ihr Möglichstes. Nahezu alle Einsatzkräfte haben daher eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B erhalten beziehungsweise können sich impfen lassen.

Sollte es zu einem flächendeckenden Starkregenereignis im Landkreis Nienburg kommen, würde die Technische Einsatzleitung des Landkreises mit in den Einsatz kommen. Sie hat dann die Aufgabe, die „Aufträge“ von der Leitstelle in Stadthagen den Einsatzorten zuzuordnen.

In der Stadt Nienburg ist es so geregelt, dass bei Starkregen beziehungsweise Unwettereinsätzen die Einsatzleitung Ort der Stadtfeuerwehr den Einsatzleitwagen und das Feuerwehrhaus Nienburg besetzt, um von dort aus die Lagen zu sortieren und den Einsatzkräften zuzuteilen.

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 16:57 Uhr
Lesedauer:
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