Setzen sich für die Wieder-Vernässung des Lichtenmoores ein (von links): Melanie Büchler (NLWKN), Thomas Beuster (ÖSSM), Manuel Wehr (Landkreis Nienburg), Holger Lehnhoff (Landwirtschaftlicher Dienstleister), Klaus Gänsslen (Landkreis Nienburg) und Anne Richter-Kemmermannn (NLWKN). Foto: Landkreis Nienburg

Setzen sich für die Wieder-Vernässung des Lichtenmoores ein (von links): Melanie Büchler (NLWKN), Thomas Beuster (ÖSSM), Manuel Wehr (Landkreis Nienburg), Holger Lehnhoff (Landwirtschaftlicher Dienstleister), Klaus Gänsslen (Landkreis Nienburg) und Anne Richter-Kemmermannn (NLWKN). Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 17.10.2020 Von Die Harke

Nur intakte Moore speichern CO2

Projekt „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ im Lichtenmoor geht weiter voran

„Nasse Moore sind Kohlenstoffspeicher, trockene Moore setzen klimaschädliche Gase wie Kohlendioxid (CO2) frei“ - das ist der Leitgedanke für die aktuellen Renaturierungsarbeiten im Lichtenmoor.

Auf mehreren Teilflächen sind im Rahmen eines EU-Förderprojektes zum „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ („KliMo“) Maßnahmen zur Rückhaltung des Regenwassers projektiert. Die ersten Maßnahmen konnten im letzten Winter umgesetzt werden.

Aktuell wird auf rund 16 Hektar drainierten Grünlandflächen im Westen des Lichtenmoores gearbeitet. Diese Flächen sind im Eigentum des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Träger der Moorschutzmaßnahmen ist der Fachdienst Naturschutz des Landkreises Nienburg.

Bei den laufenden Arbeiten werden Gräben verfüllt, Drainagen gekappt und Torfdämme aufgebaut. Die Dämme sind aus dem Oberboden der ehemaligen Grünlandflächen aufgebaut. Unter dem flächig abgezogenen Oberboden verbirgt sich der ursprüngliche Torf, auf dem sich nach dem Regenwassereinstau wieder die moorbildenden Pflanzen ansiedeln können.

Nach dem Beginn der Erdarbeiten Anfang September haben sich der NLWKN als Flächeneigentümer und der Fachdienst Naturschutz des Landkreises die Arbeiten, die unter der Regie der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) laufen, angesehen.

Das Hochmoor hat auf der aktuellen Projektfläche Mächtigkeiten von bis zu drei Metern und kann nur mit Spezialmaschinen bearbeitet werden. Die beauftragte Firma Lehnhoff aus Ströhen ist eine Fachfirma für die Moorrenaturierung. Mit speziell für nasse Moorstandorte ausgerüsteten Maschinen ist sie auf der Baustelle tätig.

Die 20-Tonnen-Bagger mit ihren 120 Zentimeter breiten, speziell für Moorböden geformten Ketten sind ideal für die Arbeiten. So ist sichergestellt, dass der freigelegte Moorboden nicht verdichtet wird und die Maschinen trotzdem hohe Torfdämme aufsetzen können.

Die Dämme werden mit einer Kronenbreite von vier Metern und einer Höhe von bis zu 1,5 Metern aufgebaut, da das verbaute organische Material erfahrungsgemäß um 30 bis 50 Prozent sackt. Um auf einer Teilfläche die Wasserstände optimal managen zu können, wird eine rund zehn Hektar große Fläche als ebener Polder angelegt.

Bei der Projektumsetzung vereinen sich Flurbereinigung und Naturschutz. Geldgeber für die Moorrenaturierung sind die Europäische Union, das Land Niedersachsen und der Landkreis Nienburg. Mit der Projektleitung der Naturschutzmaßnahmen hat der Landkreis die ÖSSM mit Sitz in Winzlar beauftragt.

Vorbereitend für die Moorschutzmaßnahmen wurden Torfmächtigkeiten und Wasserstände gemessen, Gräben erfasst und Geländemodelle erstellt.

Wesentliches Ziel des Klima- und Naturschutzprojektes im Lichtenmoor ist der Rückbau der Gräben im zentralen Moorbereich und der Einstau höher gelegener Bereiche durch Ringverwallungen. Oft müssen hierfür Gehölze entfernt werden. In einigen Gräben ist der Einbau von Stauanlagen geplant. Die genauen Projektflächen ergeben sich im Zuge der Umsetzung der Flurbereinigung.

Die Projektbeteiligten hoffen auf einen niederschlagsreichen Winter, damit sich die Moorflächen wieder mit Regenwasser vollsaugen können und so die Torfzehrung, also das Sacken und Schrumpfen der Moorflächen, gestoppt werden kann. In der Folge wird der CO2-Ausstoß durch den Erhalt des Torfes nachhaltig reduziert, und die Tier- und Pflanzengemeinschaften der Moore können sich wieder ausbreiten.

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Erstellt:
17. Oktober 2020, 14:59 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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