Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie (links), und Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor, mit der Zentrifuge zur Anmischung der Komponenten. Foto: Helios

Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie (links), und Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor, mit der Zentrifuge zur Anmischung der Komponenten. Foto: Helios

Nienburg 11.02.2021 Von Die Harke

Nur noch eine statt zwei Operationen

Helios setzt neues Verfahren im Bereich der Knorpelzelltransplantation ein

Seit einiger Zeit wird in den Helios-Kliniken Mittelweser ein neues Verfahren im Bereich der Knorpelzelltransplantation verwendet. „Während früher zwei Eingriffe nötig waren, kann jetzt alles in einer Operation mit dem sogenannten One-Stage-ACT durchgeführt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Helios.

Knorpelschäden in Knie-, Hüft- oder Sprunggelenken könnten entweder durch einen Unfall oder durch Arthrose auftreten. Durch eine Knorpelzelltransplantation könne der Knorpel repariert und wiederaufgebaut werden. Dies werde in den Helios-Kliniken Mittelweser bereits seit vielen Jahren durchgeführt – doch nun gebe es eine Innovation.

„Neu ist, dass wir den Eingriff jetzt in einer einzigen Operation durchführen können, wo früher noch zwei zeitlich versetzte Operationen notwendig waren“, erläutert Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie in den Helios-Kliniken Mittelweser. Beim vorherigen Verfahren seien in der ersten Operation Knorpelproben entnommen worden, die dann zur Anzüchtung neuer Zellen in ein Labor gesandt wurden.

Der große Vorteil für die Patienten ist nicht nur der Zeitfaktor und das Entfallen der zweiten OP, sondern auch die Größe des Eingriffs insgesamt.

Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie

Drei Wochen später konnte in einem zweiten Eingriff das Gelenk eröffnet und mit Hilfe eines Vlieses die eigenen neu angezüchteten Zellen eingebracht werden. Im Gegensatz hierzu werde das neue One-Stage-ACT-Verfahren athroskopisch und somit minimalinvasiv durchgeführt. Zunächst werde hierbei die defekte Knorpelstelle entnommen.

Aus dem Knorpelmaterial würden Resektate, also Gewebeabschnitte, aufgefangen und mit Wachstumsfaktoren und Gewebekleber zu einer Masse vermischt. Diese werde dann direkt in den Defekt eingebracht. „Der große Vorteil für die Patienten ist nicht nur der Zeitfaktor und das Entfallen der zweiten OP, sondern auch die Größe des Eingriffs insgesamt. Die beim alten Verfahren notwendige Gelenkeröffnung ist deutlich aufwendiger als ein arthroskopisch durchgeführtes Verfahren. Denn: Je kleiner der Eingriff, desto schneller die Heilung“, betont Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie und nach Helios-Angaben Spezialist für Wirbelsäulenoperationen.

In der Nachbehandlung der beiden Verfahren sei ebenfalls kein Unterschied zu erkennen. Bereits fünf Eingriffe dieser Art habe das Team der Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt. „Die Patienten waren sehr zufrieden mit dieser neuen Methode und konnten deutlich früher wieder normal laufen. Außerdem verkürzt sich die Behandlungszeit um ganze drei Wochen, ein absoluter Vorteil für den Patienten“, sagt Hamdan abschließend.

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Erstellt:
11. Februar 2021, 19:12 Uhr
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