Ein Nutria. Foto: Samtgemeinde Grafschaft Hoya

Ein Nutria. Foto: Samtgemeinde Grafschaft Hoya

Hoya 08.11.2019 Von Die Harke

Nutriaplage breitet sich aus

Samtgemeinde schlägt Alarm: Allein in der Stadt Hoya wurden 30 Tiere gefangen / Ärger über zerstörte oder gestohlene Fallen

Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya warnt vor einer Nutriaplage: In ihrem Bereich seien bereits etliche Gewässer befallen: „Allein im Hoyaer Stadtgebiet wurden in diesem Jahr bisher über 30 Nutria gefangen. Es wird daher versucht, die weitere Ausdehnung gezielt einzudämmen. Besonders ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass ausgelegte Fallen zerstört oder entwendet wurden. Daher werden mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer nun GPS-gesicherte Fallen eingesetzt. Die Lebendfallen werden mehrmals täglich kontrolliert und setzen zusätzlich eine Nachricht an den verantwortlichen Jäger ab, sobald die Falle ausgelöst wurde. Die Bejagung der Nutrias liegt im öffentlichen Interesse. Wer dies absichtlich behindert, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 25.000 Euro Geldbuße geahndet werden kann.“

Die vergangenen milden Winter hätten die Ausbreitung zusätzlich begünstigt. Die Nager pflanzten sich zu jeder Jahreszeit fort und bringen nach 19 Wochen jeweils sechs bis acht weit entwickelte Jungen zur Welt. Nach fünf Monaten seien diese wiederum geschlechtsreif. Zwei bis drei Würfe pro Jahr sind für geschlechtsreife Weibchen die Regel. Besonders gefährlich wird es, wenn die Nutrias Deiche und Uferböschungen unterhöhlen.

„In der DDR wurden die auch Biberratte oder Sumpfbiber genannten Tiere vor allem wegen ihres Pelzes gezüchtet. Als nach der Wende die Pelznachfrage einbrach, wurden sie oftmals einfach freigelassen. Mittlerweile haben sie sich auch im Landkreis Nienburg massiv ausgebreitet. Wurden 2015/2016 nur 17 Nutrias erlegt, steigerte sich die Anzahl rasant auf 64 Nutrias in der Jagdsaison 2016/2017, 94 in 2017/2018 bis hin zu 334 Nutrias in der Saison 2018/2019“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
8. November 2019, 06:45 Uhr
Lesedauer:
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