Oberschule Nienburg ausgewählt

Oberschule Nienburg ausgewählt

Marja-Liisa Völlers mit OBS-Schulleiter Dennis Helferich bei einem Besuch im Jahr 2019.Foto: Büro Völlers

Die Oberschule Nienburg wurde als eine von 200 Schulen in Deutschland ausgewählt, um an einem Förderprogramm von Bund und Ländern teilzunehmen. Es werden insgesamt 125 Millionen Euro für Einrichtungen in sozial schwierigen Lagen bereitgestellt.

Schulleiter Dennis Helferich nahm die Aufnahme ins Förderprogramm „Schule macht stark“ dankbar entgegen: „Die Stärke der OBS Nienburg ist ihre Vielfalt. Um unserer heterogenen Schülerschaft mit verschiedensten kulturellen Hintergründen gerecht zu werden, freuen wir uns darauf, mit wissenschaftlicher Begleitung Konzepte zu entwickeln, die unsere Schülerinnen und Schüler – gemessen an ihren Bedürfnissen – dort abholen, wo sie stehen, um sie auf ein erfolgreiches Arbeitsleben in einer herausfordernden Gesellschaft vorzubereiten.“ Mithilfe zusätzlicher Ressourcen könne es gelingen, noch flexibler und handlungsorientierter den zunehmend fordernden Schulalltag neu zu denken und zu gestalten.

Die in Nienburg entwickelten Erkenntnisse sowie schülerorientierten Konzepte sollen auch anders angewandt werden, sodass nicht nur Mädchen und Jungen der jetzt ausgewählten Schulen davon profitieren sollen.

„Schule macht stark“ richtet sich an alle Schularten und Jahrgangsstufen im Primarbereich und in der Sekundarstufe I. Der Bund und die Länder stellen jeweils 62,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Initiative ist auf zehn Jahre angelegt und in zwei Phasen zu je fünf Jahren unterteilt.

In der ersten Phase unterstützt ein durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierter Forschungsverbund mit praxisnaher Forschung die Schulen dabei, ihre besonderen Herausforderungen zu meistern. Das bedeutet konkret, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab dem Schuljahr 2021/22 gemeinsam mit den Schulen daran arbeiten werden, Bedarfe in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu identifizieren, vorhandene Potenziale zu erkennen und neue Strategien und Konzepte zu entwickeln.

Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Vernetzung der Schulen mit anderen Bildungs- und sozialen Angeboten im Umfeld der Schulen sowie untereinander. Die zweite Phase dient dem Transfer der entwickelten Strategien und Konzepte an andere Schulen, sodass neben den 200 Schulen der ersten Phase möglichst viele weitere von der Initiative profitieren können. Dies wird ebenfalls wissenschaftlich unterstützt.

Die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD), die Patin der Nienburger OBS bei „Schule ohne Rassismus – Schule für Courage“ ist, zeigte sich ebenfalls begeistert, dass eine Einrichtung aus ihrem Wahlkreis als Pilotteilnehmer ausgewählt wurde: „Das ist ein wirklich guter Tag auf dem Weg Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit. Seit 2017 hat meine Partei für diese Initiative gekämpft. Wir haben sie in den Koalitionsvertrag mit der Union verhandelt. Denn die SPD war und ist die Partei, die für Bildungsgerechtigkeit steht.“

Als zuständige Berichterstatterin der Bundestagsfraktion der Sozialdemokraten habe sie beständig im Bundesministerium für Bildung und Forschung Druck gemacht – mit Erfolg. Sie ist überzeugt: „Wir machen mit ,Schule macht stark‘ unser Bildungssystem ein Stück besser und gerechter. Alle jungen Menschen sollen die gleichen Bildungschancen haben, egal in welchem Viertel sie wohnen oder aus welcher Familie sie kommen. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen im Blick haben, die ihre schulische Laufbahn unter nicht gerade idealen Vorzeichen starten, und wir müssen vor allem etwas für sie tun.“