Im Austausch (von links): Marcus Stövesand, Maik Beermann und Martin Krone. Foto: Büro Beermann

Im Austausch (von links): Marcus Stövesand, Maik Beermann und Martin Krone. Foto: Büro Beermann

Nienburg 21.05.2020 Von Die Harke

Oberstes Ziel: Altenheime coronafrei halten

CDU-Bundestagsbageordneter Beermann informiert sich beim DRK-Kreisverband

Unter dem Stichwort „Leben und Arbeiten in der Pandemie“ besuchte der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) den DRK-Kreisverband Nienburg und informierte sich dort über die Arbeit und den Umgang des Roten Kreuzes mit dem Corona-Virus. Begrüßt wurde er dabei unter Einhaltung der notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln von den Geschäftsführern Martin Krone und Marcus Stövesand am Standort an der Moltkestraße in Nienburg. Ein besonderes Augenmerk lag nach Mitteilung Beermanns auf der Situation in der Altenpflege und geplanten Änderungen im Besucherverkehr.

„Wir fuhren bereits vor den ersten Beschlüssen des Landes Niedersachsen ein freiwillig strenges Schutzprogramm in unseren Altenpflegeeinrichtungen und haben freiwillig auf einen Mund-Nasen-Schutz und strengere Hygiene- und Besuchsvorschriften gesetzt“, erklärte Stövesand dem Abgeordneten. So könne man sich freuen, dass es bisher keinen einzigen Corona-Ausbruch in der DRK-Altenpflege gegeben habe. Mit Blick auf die Geschehnisse im Landkreis Diepholz sei dies eine sehr glückliche Situation, in der man sich im Kreis Nienburg befände.

Auch die Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel habe das DRK vor keine größere Herausforderung gestellt: „Ein lokales Unternehmen konnte uns ausreichend Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen. Sollte es im Landkreis weiterhin dringenden Bedarf hieran geben, kann man sich gerne an uns wenden, und wir versuchen zu vermitteln“, so Krone mit dem Angebot an den Abgeordneten.

Besuchsregelung für Angehörige sorgte für Verärgerung

Was in den vergangenen Woche zu Verärgerungen und Verunsicherungen geführt habe, waren laut Stövesand die Besuchsregelungen für Angehörige. Entgegen der Ankündigungen im Fernsehen, dass die Besuche wieder unproblematisch stattfinden könnten, müsse das DRK, wie alle anderen auch, erst Besuchskonzepte vorbereiten. „Diese Konzepte liegen derzeit beim Landkreis zur Prüfung“, so Stövesand. Man habe mit Schutzscheiben ausgestattete Besuchsräume geschaffen, in denen eine Übertragung der Infektion ausgeschlossen werden könne. Patienten, die nicht mehr mobil seien, kann und könne man weiterhin mit Schutzkleidung besuchen.

„Auch im traurigen Fall eines sich abzeichnenden Todes haben wir zu keiner Zeit die Angehörigen nicht zu den Bewohnern gelassen“, so Krone. Beermann fragte daher, wie es in dem Kontext um die Gefahr der Vereinsamung der Bewohner stehe. „Als Folge der geringeren Besuche durch Angehörige und auch der Ausgehverbote, ist eine stärkere Vereinsamung real, man kann aber als positive Entwicklung derzeit sehen, dass der Kontakt der Bewohner untereinander intensiviert wird“, so Krone.

Der reguläre Rettungsdienst laufe derzeit ohne Einschränkungen weiter und werde mit gelegentlichen Infektionsfahrten zum Transport potenziell erkrankter Personen genutzt. Damit der Rettungsdienst im Falle einer Infektion in der Wache nicht zusammenbreche, wurde die Wache auf mehrere Standorte aufgeteilt, sodass sich niemals alle gleichzeitig infizieren könnten. Auch habe die Erstellung des Behelfskrankenhauses das DRK vor keine größeren Probleme gestellt –¨solange es nicht in Betrieb gehen müsse.

DRK kann über Finanzen nicht klagen

Auf Beermanns Frage, wie es dem DRK finanziell erginge, konnten Krone und Stövesand nicht klagen. Die schnelle Änderung des SGB XI mit den Kostenerstattungs-Festlegungen durch den Bundestag habe die Pflegeeinrichtungen vor einer finanziellen Notlage bewahrt. Zusätzlicher Aufwand und Mindereinnahmen würden derzeit gut aufgefangen.

Zwei negative Effekte auf einen ganz anderen Berufszweig und eine andere Hilfs-Sparte musste Krone dem Abgeordneten trotzdem verkünden: „Uns laufen die Fahrschulen gerade Sturm, weil wir derzeit keine Erste-Hilfe-Kurse anbieten können. Wir arbeiten aber derzeit mit unserem Landesverband an Regelungen, wie dies bald wieder möglich sein kann. So ist die Benutzung von Puppen zur Übung angedacht.“

Zum Thema Kleiderspende bittet Krone die Bevölkerung zudem darum, derzeit von Altkleiderspenden abzusehen: „Unsere Lager sind voll und die Kleiderausgabe ist derzeit gestoppt. Das gleiche gilt für alle Altkleiderannahmestellen. Daher müssen wir die Menschen darum bitten, die Sachen noch für einige Zeit selbst aufzubewahren und sie später zu spenden.“

Auch wenn selbst beim DRK langsam das Bedürfnis auftrete, wieder unbeschwert öffnen zu können, sehen die beiden Geschäftsführer die Pandemie noch lange nicht als beendet an und Sorge bereite ihnen auch die baldigen Schulöffnungen: „Das Wichtigste ist, die Pflegeeinrichtungen coronafrei zu halten.“

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Erstellt:
21. Mai 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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