Anna Schnake vor dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes Foto: Klimaschutzagentur Mittelweser

Anna Schnake vor dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes Foto: Klimaschutzagentur Mittelweser

Landkreis 14.11.2020 Von Edda Hagebölling

Oder mal Wandfarbe auf Quark-Basis?

Die Klimaschutzagentur schildert, was jede und jeder Einzelne im Alltag tun kann, um das Klima zu schonen

„Angefixt“ durch den Kinofilm „I’m Greta“ hatte DIE HARKE am Sonntag die Klimaschutzagentur Mittelweser gebeten, doch einmal aufzuzeigen, was jede und jeder Einzelne im Alltag dazu beitragen kann, das Klima zu schützen.

Dieser Bitte ist Anna Schnake gerne gefolgt. Sie schreibt:

Was die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz angeht, gibt es einige Tipps und Tricks, die viele von uns schon verinnerlicht haben. Jedoch ist die Entwicklung auf diesen Gebieten rasant, und immer mehr Möglichkeiten werden immer leichter umsetzbar. Mittlerweile ist es kein Problem, das Klima zu schonen, ohne dabei den Wohlfühlaspekt zu vernachlässigen oder Abstriche beim Komfort zu machen. Wir haben die Bereiche Beruf, Freizeit und zu Hause noch einmal genauer unter die Lupe genommen und dabei einige interessante Möglichkeiten zusammengestellt, wie man ganz leicht das Klima schützen und seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann.

Wenn wir an unsere eigenen vier Wände denken, werden die meisten von sich sagen, dass sie schon recht gut über Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz informiert sind. Doch oft hat man noch ein Aha-Erlebnis, wenn man über neuartige Trends oder simple Stromsparmöglichkeiten stolpert. Besonders in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie mal wieder unser Leben beherrscht und wir viel Zeit zu Hause verbringen, bieten sich ganz neue Möglichkeiten.

Wandfarbe auf Quarkbasis

Haben Sie zum Beispiel schon mal daran gedacht, beim Renovieren Wandfarben auf Quarkbasis zu verwenden? Klingt komisch, ist aber sehr ökologisch und sieht auch noch gut aus! Es gibt viele klassische Naturbaustoffe sowie ökologische Farben und Lacke mit denen die Renovierung genauso erfolgreich, aber auch nachhaltig sein kann.

Auch der Balkon kann seinen Beitrag leisten. Die Light-Variante wäre ein einfacher Blumenkübel mit Wildblumen, die besonders bei Hummeln sehr beliebt sind. Wem das noch nicht reicht, der kann über eine Photovoltaikanlage für seinen Balkon nachdenken – es kann schließlich nicht jeder Balkonbesitzer von sich behaupten, seinen eigenen Strom zu produzieren.

Aber auch unser Shopping-Verhalten können wir immer wieder von neuem überdenken. Mittlerweile gibt es viele Produkte im Supermarkt wie Kosmetik und Putzmittel, die nachhaltige Inhaltsstoffe und kein Mikroplastik mehr enthalten und zudem in 100 Prozent recyclebaren Verpackungen verkauft werden. Wussten Sie aber, dass es sogar nachhaltige, recycelte Smartphones gibt? Inzwischen haben sich Unternehmen darauf spezialisiert, alte Smartphones und Tablets zu überholen und aufzuwerten. Jedes Gerät wird in bis zu 40 Schritten vollständig erneuert, sieht aus wie neu und funktioniert wie neu, ist aber bis zu 40 Prozent günstiger als ein komplett neues Gerät.

Stoffbeutel statt Plastiktüten

Dass wir beim Einkaufen im Supermarkt nur Stoffbeutel und keine Plastiktüten mehr verwenden sollen, weiß mittlerweile jedes Kind.

Doch so manchem ist scheinbar nicht bewusst, dass auch hässliches Gemüse genauso gut schmeckt wie die Standard-Ware. Das meiste Gemüse wird eh für den Eintopf oder den Auflauf klein geschnitten, warum dann nicht auch Gemüse verwenden, das nur auf Grund des Erscheinungsbildes im Müll landen würde? Noch besser ist die Nutzung der „to good to go“- App oder der Foodsharinggruppen. Hier werden Lebensmittel, die von Restaurants oder Privatpersonen nicht mehr benötigt werden, ganz einfach und kostenlos weiter gereicht und so vor der Tonne gerettet.

Es sind eben die kleinen Dinge, die das große Ganze ausmachen. Dass Margarine klimafreundlicher ist als Butter und Leitungswasser zum Trinken deutlich günstiger und klimaschonender als die PET-Flaschen ist allgemein bekannt, doch nur wenigen ist bewusst, dass man auch beim Bierkonsum nachhaltig agieren kann. Wer beispielsweise auf importiertes Bier verzichtet und dafür Bier aus seiner Region trinkt, unterstützt damit nicht nur seine lokalen Händler, sondern spart auch lange Transportwege und bis zu zwei Kilo CO2 im Jahr.

Bei allen, die aktuell viel Zeit haben, ihre Autoversicherung oder Bankverträge zu überdenken, möchten wir die Ökobanken ins Spiel bringen. Anders als konventionelle Banken investieren Ökobanken nicht in Waffen, Nahrungsmittel-Spekulation oder klimaschädliche Energieformen. Der Fokus liegt hier auf der Investition in nachhaltige Projekte und erneuerbare Energien für den Klimaschutz. Sie können also auch beim Banking etwas für das Klima tun.

Eigenen CO2-Verbrauch ermitteln

Um zu schauen, wie viel CO2 man selbst überhaupt verbraucht, kann man mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts mit nur wenigen Angaben ein grobes Profil des eigenen CO2-Ausstoßes im Vergleich zum deutschen Durchschnitt von 11,6 Tonnen errechnen. Diese erste knappe Auswertung kann man durch weitere Angaben zu Heizung, Strom, Mobilität, Ernährung und sonstigem Konsum weiter ergänzen und bekommt am Ende hilfreiche Tipps, wie man seinen Verbrauch noch reduzieren kann.

Ähnlich funktioniert auch der Beleuchtungsratgeber vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Hier können Sie Helligkeit und Farbtemperatur bestimmen und erfahren, wie viel Kelvin die LED für das passende Licht in den jeweiligen Räumen idealerweise haben sollte. Probieren Sie es einfach mal aus!

Zum Schluss möchten wir noch einen letzten Mythos aufklären: Ein voller Kühlschrank verbraucht nicht mehr Energie als ein leerer. Denn öffnet man den Kühlschrank, dringt warme Luft ein, die herunter gekühlt werden muss. Und je leerer der Innenraum ist, desto schneller entweicht die bereits gekühlte Luft.

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Erstellt:
14. November 2020, 17:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 36sec

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