Personensuche unter schwierigen Bedingungen. Döding

Personensuche unter schwierigen Bedingungen. Döding

Südkreis 20.04.2018 Von Die Harke

Ölspur, Brände, Personensuche – ein Notruf nach dem nächsten

24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Essern-Nordel-Steinbrink mit geballter Einsatzfülle

Mit 14 Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren hat die Jugendfeuerwehr Essern-Nordel-Steinbrink sich jüngst getroffen, um einen 24-Stunden-Dienst anzutreten. Am Freitag um 18 Uhr war Dienstbeginn. Als erstes gab es eine Einweisung in den Dienstablauf und die Jugendlichen wurden auf die Fahrzeuge und in die Funktionen verteilt. Danach ging es daran, das Abendbrot vorzubereiten, doch ein Teil der Mannschaft musste das unterbrechen, denn es ging ein Notruf in der extra eingerichteten Übungsleitstelle ein.

Nachdem alles in den PC eingetragen war, erfolgte die Alarmierung per Alarmgong und Durchsage, die durch die Räume des Feuerwehrhauses schallte. Die Jugendlichen schnellten zu ihren Einsatzjacken und Helmen. Es ging nach Essern-Kaltenhöfen, dort hatte ein Fahrzeug nach einem Motorschaden eine Ölspur hinterlassen.

Nachdem die Ölspur beseitigt war, widmeten sich die Jugendlichen wieder dem Abendbrot, doch nur kurz danach kam der nächste Notruf. Dieses Mal aus Nordel: In einer Maschinenhalle war ein Brand ausgebrochen und ein Mitarbeiter wurde vermisst. Der gesamte Löschzug musste ausrücken. Nach dem Ausleuchten der Einsatzstelle gingen zwei Trupps mit Atemschutz-Attrappen ausgerüstet in das eingenebelte Gebäude, schnell konnte die vermisste Person ins Freie gebracht werden, danach wurde noch das Feuer mit zwei C-Rohren gelöscht.

Geschafft kehrten die Jugendlichen ins Feuerwehrhaus Essern zurück, wo Schlafgelegenheiten aufgebaut wurden und man sich auf die Nachtruhe vorbereitet. Auch dieses wurde wieder durch einen neuen Notruf unterbrochen. Nun ging es zum „Müssenweg“, wo ein Baum die Fahrbahn blockierte. Dieser konnte zügig weggeräumt werden. Danach gingen die jungen Feuerwehrleute schlafen.

Am nächsten Morgen während des selbst zubereiteten Frühstücks ging wieder ein Notruf ein, jetzt war es eine brennende Mülltonne in Steinbrink, nahe der Gasstation, die einen Teil der Mannschaft beschäftigte. Mit der Kübelspritze und einem Feuerlöscher war die Gefahr schnell gebannt. Nicht ganz so rasch war das nächste Feuer gelöscht, denn vor dem Mittagessen musste der komplette Zug zu einem ausgedehnten Flächenbrand ausrücken. Mit einem Schnellangriff und den Feuerpatschen konnte ein Ausbreiten verhindert werden.

Zurück am Feuerwehrhaus wurden erstmal alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht, bevor es an den nächsten Brandherd ging – dem Kochfeld. Es wurde von den Kindern Spaghetti Bolognese zubereitet und gemeinsam Mittag gegessen. Während des Essens klingelte erneut das Notruftelefon. Ein Mitarbeiter war auf dem Silo bei einer Firma ohnmächtig geworden.

Einsatzleiter Henning Schwentker erkannte schnell, dass mit den eigenen Mitteln in dem Fall nicht viel zu machen war und alarmierte die Drehleiter der Ortsfeuerwehr Liebenau nach. Unter den neugierigen Blicken der Jugendlichen konnte der Mitarbeiter auf einer Trage mit der Drehleiter nach unten gebracht werden, im Anschluss konnten die Jugendlichen die Drehleiter besichtigten und ausprobieren.

Kurz vor „Dienstschluss“ klingelte erneut das Telefon, ein Mitarbeiter wurde bei der „Torffrau“ vermisst. Auf dem riesigen und unübersichtlichen Gelände mussten erst einmal Suchtrupps den Mitarbeiter finden, der unter einem durch einen Radlader aufgeschütteten Haufen lag, das Ausgraben und Betreuen ging rasch, problematisch stellte sich der Abtransport des Patienten dar, aber auch dafür fanden die Jugendlichen eine Lösung. So wurde aus Steckleitern eine Art Rutsche gebaut und der Patient darauf vorsichtig nach unten transportiert.

Zum Abschluss des Dienstes wurden die Fahrzeuge gewaschen und die Halle gereinigt. Bei dem gesamten 24-Stunden-Dienst wurden die Jugendlichen stets von ihren Betreuern und den Freiwilligen Feuerwehren unterstützt, sie mussten allerdings auch eigene Lösungen bei Einsatzszenarien finden.

„Kaputt, aber zufrieden und mit einigen Eindrücken gingen die Jugendlichen nach Hause. Die Jugendfeuerwehr Essern-Nordel-Steinbrink bedankt sich bei allen Helfern und Unterstützern, die ihnen es möglich gemacht haben, einmal in einen ungefähren Dienstablauf eines Berufsfeuerwehrmannes hineinzuschnuppern“, schreibt Sven Döding abschließend.

In der Übungsleitstelle kamen die Notrufe an. Döding

In der Übungsleitstelle kamen die Notrufe an. Döding

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Erstellt:
20. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

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