Dr. Fritz Hasselhorn spricht bei der gemeinsamen Veranstaltung der Kirchenkreise Syke-Hoya und Grafschaft Diepholz im Sulinger Gemeindezentrum Edenstraße über die neue Kirchenverfassung 2020. Miriam Unger

Dr. Fritz Hasselhorn spricht bei der gemeinsamen Veranstaltung der Kirchenkreise Syke-Hoya und Grafschaft Diepholz im Sulinger Gemeindezentrum Edenstraße über die neue Kirchenverfassung 2020. Miriam Unger

Grafschaft Hoya 08.11.2017 Von Die Harke

Offener, klarer und einfacher

Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers will sich eine neue Verfassung geben

Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers bekommt eine neue Verfassung. Die derzeit geltenden Grundsätze, nach denen die Kirche in Deutschland arbeitet und aufgebaut ist, wurden im Jahr 1965 beschrieben. Seitdem hat sich nicht nur innerhalb der Organisation eine Menge verändert, „sondern auch in der Gesellschaft, Politik und Sprache“, sagt Dr. Fritz Hasselhorn. Der Sulinger vertritt den Kirchenkreis Diepholz in der Landessynode, die derzeit am Entwurf für die neue Verfassung arbeitet und Meinungen, Kritik und Anregungen der Kirchenmitglieder sammelt. Offener, klarer und einfacher solle die neue Verfassung werden. Nicht nur in der sprachlichen Definition, sondern auch inhaltlich. Die Kirchenkreise Grafschaft Diepholz und Syke-Hoya hatten zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in Sulingen eingeladen, bei der Dr. Fritz Hasselhorn die Entwicklung der Kirchenverfassung in den vergangenen Jahrzehnten erklärte und einen Überblick über die wichtigsten bevorstehenden Änderungen gab.

Wegen des großen Interesses war die Veranstaltung ins Gemeindezentrum Edenstraße verlegt worden. Knapp 70 Interessierte aus dem gesamten Landkreis waren gekommen, um sich zu informieren und mitzudiskutieren.

Eine klare Zustimmung gab es nach Angaben des Kirchenkreises für das Vorhaben, die neue Kirchenordnung zu entschlacken – statt bisher 132 Artikel sollen es ab 2020 nur noch 85 sein – und Werte und Grundsätze der Organisation deutlicher zu beschreiben. Die neue Verfassung solle sich noch strikter gegen Diskriminierung wenden, den Umgang mit anderen Religionen und Wertvorstellungen genauso definieren wie ein zeitgemäßes Kirchen- und Arbeitsrecht, das Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sowie die Stellung und das Mitwirken der Kirche in Staat und Gesellschaft.

Am Ende des Abends hatte Dr. Fritz Hasselhorn eine lange Liste mit Einwänden und Anregungen der diskussionsfreudigen Kirchenmitglieder aus der Region. Die Punkte werde er beim nächsten Treffen der Landessynode einbringen. Anfang März würden bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie in Loccum dann alle Kommentare ausgewertet.

Einbringen darf sich jeder. Bis zum 31. Dezember werden alle Beiträge gesammelt (unter anderem auch auf der Internetseite www.kirchenverfassung2020.de). Im Januar 2020 soll das neue Regelwerk dann in Kraft treten.

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Erstellt:
8. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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