Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

21.10.2015 Von Stefan Reckleben

Ohne Leistung gibt‘s Pitjes

Schon ist die Kritik zu hören: Ämterhäufung. Die kriegen den Hals nicht voll. Bonzen.

Ja. Auch Bonzen arbeiten. Ob sie verdienen, was sie verdienen, mag jeder selbst beurteilen. Fakt ist aber: Das Gehalt eines Landrats legt weder derselbe, noch geheim tagende Zirkel wie der Kreisausschuss, sondern das Gesetz fest.

Es gibt Ämter mit Nebeneinkünften, die auf einem Regelwerk des Kreises beruhen. Es gibt allerdings Ämter, deren Salär noch nicht zu den Grenzen der Nebeneinkünfte gehören. Das bedarf in der Tat einer klareren Regelung.

Fakt ist aber auch: Führungspersonen an exponierter Stelle eines Kreises müssen gut bezahlt sein. Sonst unterliegen sie den weit höher dotierten Jobs in der Wirtschaft. Das gilt besonders in den von Fallwinden der Demografie zerzausten ländlichen Räumen: Da müssen Leistungstragende her, gestandene Hauptverwaltungsleute, die das Ohr und das Wort an den Menschen haben, Frauen oder Männer mit Führungsformat, Durchsetzungsund Repräsentationsvermögen, Persönlichkeiten mit Weit- und Überblick, rhethorisch geschult und unabhängig. Also eine eierlegende Wollmilchsau?

Klar. Diese Gattung aus Wolkenkuckucksheim ist unbezahlbar. Aber der ländlichen Raum braucht gute Leute, wo Parteipolitik auf die zweite und dritte Garnitur zurückgreift, weil sie ihre Kandidatelisten nicht mehr mit Parteibuchträgern schmücken kann.

Leistung muss bezahlt sein. Erst dann, wenn die nicht stimmt, kriegen Bonzen Pitjes.

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Erstellt:
21. Oktober 2015, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 40sec

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