Mit einer Online-Petition will die Bürgerinitiative gegen Lärm und für Naturschutz den Bau der Ortsumgehung von Erichshagen und Holtorf verhindern. Foto: Lune

Mit einer Online-Petition will die Bürgerinitiative gegen Lärm und für Naturschutz den Bau der Ortsumgehung von Erichshagen und Holtorf verhindern. Foto: Lune

Nienburg 24.02.2021 Von Die Harke

Online-Petition gegen B 215-Umgehung

Bürgerinitiative gegen Lärm und für Naturschutz: Landtag soll Stopp des Neubaus unterstützen

Die Bürgerinitiative gegen Lärm und für Naturschutz (Lune) in Erichshagen hat eine Online-Petition erfolgreich gestartet. „Innerhalb einer Woche haben bereits mehr als 640 Menschen ihren Protest gegen die geplante Umgehung der B 215 bekundet“, sagt Andreas Heinecke, Sprecher der Initiative.

„Der Niedersächsische Landtag soll mit einer möglichst großen Anzahl von Unterstützern dazu bewegt werden, den Stopp der Planungen für die Verlegung der B 215 zwischen Nienburg und Rohrsen zu unterstützen und zeitgerechte und zukunftsorientierte Verkehrslösungen für Nienburg zu beeinflussen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative. Mehr als 40 Hektar Natur würden unwiederbringlich vernichtet.

„Erichshagen-Wölpe sowie die Ortschaften Drakenburg und Rohrsen werden zukünftig von der Bundesstraße eingekesselt und von der Natur abgeschnitten. Die Einwohner dürfen dann den Verkehrslärm ertragen – wo heute noch Vogelgezwitscher zu hören ist. Viele Unterschriften zeigen den politischen Vertretern, dass die bisherigen Vorstellungen von einer veralteten Verkehrspolitik im wahrsten Sinne des Wortes überholt sind“, heißt es weiter.

Die geplante Ortsumgehung „B215n“ werde als dreispurige Bundesstraße geplant und bereits jetzt schon über 36,3 Millionen Euro kosten. Vielfältige und seltene Tierarten werden ihren Lebensraum verlieren. Landwirtschaftliche Nutzflächen werden für die Straße planiert. Zahlreiches Wild wird zu Verkehrsopfern werden. Da auch noch eine zur B215n parallel geführte zweispurige Güterbahnstrecke in den Planungen berücksichtigt wird, würde dann sogar doppelt so viel Natur dem Projekt zum Opfer fallen.“

Wie aus Mitteilungen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hervorgeht, liefen die Planungen für die Umgehungsstraße trotz der Corona-Krise weiter. „Es ist deshalb wichtig, die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf die tatsächlichen geplanten Eingriffe in unsere Natur aufmerksam zu machen. Viele können sich dieses riesige Ausmaß der Naturzerstörung noch gar nicht vorstellen“, betont die Initiative.

Die Initiative „Nein zur B 215 neu“ kritisiert, dass die Festlegung der Trassenführung auf Daten und Stellungnahmen basiert, die im Zeitraum zwischen dem Jahr 2000 und 2004 erhoben wurden „und damit in keiner Weise den heutigen Gegebenheiten entsprechen. Statt nach einem solch langen Zeitraum die Gelegenheit zu nutzen, alternative klima- und umweltfreundliche Trassenführungen mit einem geringeren Flächenverbrauch zu prüfen, wurde von der Durchführung eines neuen Raumordnungsverfahrens abgesehen und damit de facto der Planungsstand aus den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts zementiert.“

Die geplante Umgehungsvariante soll die bisher belasteten Wohngebiete entlang der Verdener Landstraße entlasten. „Doch mit der geplanten Umgehung werden die Probleme nicht gelöst, zumal schon in den Planungen nur von einer Entlastungswirkung von rund 5000 Kraftfahrzeugen pro Tag bei einer Gesamtbelastung von 16000 Fahrzeugen pro Tag ausgegangen wird. Hier zeigt sich, dass nur andere Maßnahmen zu einer nachhaltigen Entlastung der betroffenen Straßen führen werden, z.B Ausbau und Nutzung vorhandener Straßen in Verbindung mit attraktiv gestalteter öffentlicher Verkehrs- und Bahnkonzepte.“

Die Bürgerinitiative hofft, dass sich viele Menschen gegen die geplante Trassenführung wenden und den Kampf gegen den Bau der Ortsumgehung B215n – mit der Unterschrift unter die Petition unterstützen.

Hinter diesem Link könne jeder das Anliegen für sich, seine Kinder und die Natur unterstützen. Auf der Homepage der Lune sei ein Link eingestellt, unter dem die Petition aufzurufen ist. Weitere Infos unter www.buerger-lune.de.

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Erstellt:
24. Februar 2021, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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