Die Grünen im Gespräch mit den Vertretern der Bürgerinitiative. Foto: Grüne

Die Grünen im Gespräch mit den Vertretern der Bürgerinitiative. Foto: Grüne

Nienburg 23.08.2020 Von Die Harke

„Ortsumgehung ist keine zeitgemäße Lösung des Problems“

Grüne diskutieren mit Bürgerinitiative über Alternativen zur geplanten Nordumgehung

Im Gespräch mit Mitgliedern der Bürgerinitiative der Bürgerinnen und Bürger gegen Lärm und für Naturschutz in Erichshagen (LUNE) haben sich die Grünen aus Stadtratsfraktion und Ortsverband über das Projekt informiert und über mögliche Alternativen diskutiert.

Dazu schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung: „Neben den grundsätzlichen ökologischen und ökonomischen Bedenken zu dem Megaprojekt, das eine neue dreispurige Straße mitten durch Ackerland und Grünland im Norden Nienburgs vorsieht, fragten sich die Teilnehmer, ob wirklich alle Alternativen in Erwägung gezogen und die dramatisch veränderten Rahmenbedingungen unter dem Eindruck des Pariser Klimaabkommens beachtet wurden.“

„Der Verkehr auf der Celler Straße und Verdener Landstraße ist eine hohe Belastung für die Bürgerinnen und Bürger in Holtorf und Erichshagen/Wölpe. Verkehrslärm und Abgase haben über die Jahre stetig zugenommen. Daran muss dringend was geändert werden“, so Peter Schmithüsen, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat.

„Die ersten Sofortmaßnahmen zum Schutze der Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner müssten nach unserer Auffassung ein Durchfahrtsverbot für nicht ortsansässige LKW sein. Die massive Flächenversiegelung und die Vernichtung von weiteren Grünflächen im Stadtgebiet Nienburgs durch die geplante Ortsumgehung ist dazu aber keine zeitgemäße Lösung des Problems, sondern verschärft es vermutlich noch weiter.“

Es ist zu befürchten, dass dieses Projekt finanziell schöngerechnet wurde. Die Kosten werden mit Sicherheit deutlich über den veranschlagten 24 Millionen Euro liegen.

Stefan Humke, Bürgerinitiative

„Wir fordern, dass die Alternativen, die vor 15 Jahren noch verworfen wurden, unbedingt wieder auf die Agenda gesetzt werden“, meint Andreas Heinecke von der Bürgerinitiative. Die BI schlägt als mögliche Alternative gegenüber einem Straßenneubau eine Streckenführung über die Krähe und die Straße „An der Steingrube“ vor. Hier sei nur ein Ausbau einer vorhandenen Straße, aber kein Neubau nötig und eine Anbindung an die B 214 leicht möglich und die Ortsteile würden spürbar entlastet.

Auch die öffentliche Darstellung der Finanzen des Bauprojekts sei sehr zweifelhaft, so die BI-Mitglieder. „Es ist zu befürchten, dass dieses Projekt finanziell schöngerechnet wurde. Die Kosten werden mit Sicherheit deutlich über den veranschlagten 24 Millionen Euro liegen“, kritisiert Stefan Humke von der Bürgerinitiative die Planung.

Petra Neubauer, Sprecherin des grünen Ortsverbands und Mitarbeiterin der Fraktion, erwartet auch bezogen auf den drohenden Klimawandel und das wachsende Bewusstsein der Gesellschaft für die Zusammenhänge, die dazu beitragen, einen Stopp der Planung und appelliert an die Planungsverantwortlichen: „Wesentliche Rahmenbedingungen haben sich mit dem drohenden Klimawandel verändert. Wir brauchen nicht mehr Straßenbau, sondern intelligente Lösungen, um die Städte vom Verkehr zu entlasten.“

Die Grünen und die Bürgerinitiative LUNE fordern den zuständigen Landkreis Nienburg und die Straßenbaubehörden auf, das Raumordnungsverfahren neu zu starten und ein faires Beteiligungsverfahren durchführen zu lassen. Zudem müsse der Bedarf einer weiteren Straße kritisch geprüft und die Alternativroute auf bestehenden Straßen ernsthaft in Betracht gezogen werden.

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Erstellt:
23. August 2020, 21:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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