Das HARKE-Team wünscht frohe Ostern. Foto: Pixabay

Das HARKE-Team wünscht frohe Ostern. Foto: Pixabay

Nienburg 12.04.2020 Von Edda Hagebölling

Ostern 2020

Dass uns ausgerechnet das Jahr 2020 für immer als das Corona-Jahr in Erinnerung bleiben wird, hätte in der Silvesternacht, als man auf das neue Jahr anstieß, nun wirklich niemand für möglich gehalten. Eine Pandemie in Deutschland? Was für ein absurder Gedanke. 2020: Wie nett das klang. Und jetzt ist auch noch Ostern.

Gerade in den zurückliegenden Tagen häuften sich noch einmal die Mutmach-Ansprachen der politisch Verantwortlichen und die virtuellen Wir-halten-durch-Aktionen bekannter Künstlerinnen und Künstler, und darum soll auch an dieser Stelle keine allzu schlechte Laune verbreitet werden.

Richtig viel Freude hatten heute in aller Frühe schon die Familien, bei denen der Osterhase die selbst gebauten Moosnester mit kleinen Leckereien gefüllt hat. Sie machen sich nach dem Frühstück sicher auf zu einem kleinen Spaziergang oder einer kurzen Radtour bei – zumindest heute noch – schönstem Sonnenschein.

Auf die arbeitsfreien Ostertage gefreut haben sich bestimmt auch diejenigen, die wegen Corona zwar umschichtig im Homeoffice arbeiten, ansonsten aber ihrem geregelten Leben nachgehen und auch nicht von Kurzarbeit betroffen sind.

Doch leider gibt es in unserem Umfeld auch viele Menschen, denen vor Ostern graute. Sie bekommen keinen Besuch, weil die anderen Familienmitglieder sie nicht gefährden möchten, können ihre Angehörigen im Pflegeheim oder im Krankenhaus selbst an Ostern nicht besuchen, und auch der kurze Kaffeeklatsch mit der ebenfalls zur Risikogruppe gehörenden Freundin fällt in diesen Tagen aus. Aus Rücksicht auf die jeweils andere.

Gerade recht kam in dieser Situation die Regelung, dass die Kirchen über Ostern für ein, zwei Stunden zu einem kurzen Gebet öffnen dürfen. Ein bisschen spazieren gehen und zum Abschluss für fünf Minuten in der Kirche verweilen. Was für ein verlockender Gedanke.

Wohltuend auch der Anruf des Nachbarn, ob er aus einem der Lieblings-Restaurants etwas zu essen mitbringen soll und zur verabredeten Zeit Tüten mit lecker duftendem Inhalt vor der Haustür standen.

Sind es nicht generell die kleinen Gesten, die wir in Zeiten von Corona wieder sehr viel deutlicher wahrnehmen? Und werden wir unserem Gegenüber auch nach der Krise wieder mit mehr Wertschätzung begegnen? Die jungen Leute, die die Kundinnen und Kunden vor den Getränkemärkten und Lebensmittelgeschäften mit Desinfektionsmitteln versorgten und gerne auch bereit waren, über die aktuelle Lage zu informieren, könnten ein Indiz dafür sein.

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Erstellt:
12. April 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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