In zwei Räumen und Fluren der Hoyaer Gutenbergschule sind erhöhte Konzentrationen von PCB in der Raumluft gemessen worden. Die Stoffe dunsten dort unter anderem aus Fugenmassen der Fußböden aus. Archiv

In zwei Räumen und Fluren der Hoyaer Gutenbergschule sind erhöhte Konzentrationen von PCB in der Raumluft gemessen worden. Die Stoffe dunsten dort unter anderem aus Fugenmassen der Fußböden aus. Archiv

Landkreis 28.11.2017 Von Die Harke

PCB-Belastung in der Gutenbergschule

Schulleitungen und Elternvertreter wollen Räume weiter nutzen / Kreisverwaltung prüft Alternativen

In zwei Räumen der [DATENBANK=167]Gutenbergschule in Hoya[/DATENBANK] ist eine erhöhte Konzentration polychlorierter Biphenyle (PCB) festgestellt worden. Die Kreisverwaltung prüft nach eigenen Angaben derzeit „in enger Abstimmung mit Schulleitungen, Schulelternrat und Landesschulbehörde“ mögliche Handlungsalternativen. Die Kreisverwaltung teilt dazu mit: „Auf Bitten der Lehrerschaft waren erste Raumluftuntersuchungen bereits während der Osterferien durchgeführt worden und hatten zunächst keine Auffälligkeiten ergeben. Da sich die gemessenen Werte abhängig von den klimatischen Raumluftverhältnissen verändern können, wurden in den Herbstferien Wiederholungsmessungen durchgeführt. Dabei wurden in zwei Räumen Werte gemessen, die oberhalb des Vorsorgewertes liegen. Zusätzlich wurden auch in den Fluren PCB-haltige Fugenmassen vorgefunden.“

Die deutsche PCB-Richtlinie kenne zwei Grenzwerte: den Vorsorgewert von 300 und den Eingriffswert von 3000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft: Danach sind Räume mit über 3000 Nanogramm nicht weiter zu nutzen und sofort zu sanieren, in Räumen mit über 300 Nanogramm sei nach Möglichkeit der Grund der Belastung zu beseitigen; die Räume müssten bis dahin gut gelüftet und besonders gereinigt werden.

„Die problematischen Werte in der Gutenbergschule betragen 469 und 371 Nanogramm pro Quadratmeter Raumluft“, teilt der Kreis weiter mit.

Polychlorierten Biphenylen würden zwar verschiedene gesundheitsgefährdende Wirkungen zugeschrieben. Da die in der Gutenbergschule ermittelte PCB-Belastung allerdings weit unter dem Eingriffswert liege, sei von einer akuten Gesundheitsgefährdung für Schülerinnen und Schüler, Lehrerschaft und Verwaltungsmitarbeiter derzeit nicht auszugehen.

Um eine Gesundheitsgefährdung aber gänzlich auszuschließen, habe die Kreisverwaltung im Gespräch mit den Schulleitern der Gutenbergschule und des [DATENBANK=1081]Johann-Beckmann-Gymnasium[/DATENBANK]s sowie dem Schulelternratsvorsitzenden vorgeschlagen, den Schulbetrieb vorübergehend in den leerstehenden Räumen der Friedrich-Fröbel-Schule in Nienburg fortzusetzen.

Sowohl die Schulleiter als auch der Schulelternratsvorsitzende der Gutenbergschule hätten sich jedoch gegen diese Lösung ausgesprochen und würden es vorziehen, das Gebäude zunächst weiter zu nutzen, insbesondere um die Gutenbergschule nicht aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen.

Sie würden auf die konsequente Umsetzung eines strengen Lüftungs- und Reinigungsplans setzen, um die Konzentration der PCB im Gebäude möglichst gering zu halten. Darüber hinaus sei auch die Bereitschaft signalisiert worden, mögliche Erschwernisse im Schulbetrieb während weiterer Untersuchungen und der Sanierungsarbeiten in Kauf zu nehmen.

„Die aufgezeigten Handlungsoptionen sollen in Kürze zwischen der Kreisverwaltung, dem Lehrerkollegium und der Elternschaft der Gutenbergschule weiter erörtert und danach eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
28. November 2017, 21:00 Uhr
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