Das Welternährungsprogramm der UN befürchtet die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Farah Abdi Warsameh/AP/dpa

Das Welternährungsprogramm der UN befürchtet die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Farah Abdi Warsameh/AP/dpa

Berlin 16.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Pandemie: 45 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht

Der Chef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, David Beasley, befürchtet angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen in der Corona-Pandemie nach eigenen Worten die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.

Als er im April 2017 sein Amt antrat, seien bereits 80 Millionen Menschen „dem Hungertod entgegen gegangen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ in Berlin. Vor zwei Jahren, direkt vor Ausbruch der Pandemie, sei die Zahl bereits auf 135 Millionen gestiegen - mit den wichtigsten Treibern Konflikte und Klimawandel. Inzwischen aber habe sich die Zahl nochmals mehr als verdoppelt: auf mehr als 285 Millionen. Ursachen seien fortwährende wirtschaftliche Probleme und die Unterbrechung von Lieferketten aufgrund der Pandemie.

Fünfstufige Krisen-Skala IPC

Unter die von ihm genannten Zahlen fasst Beasley alle Menschen, die nach der weltweit einheitlichen Einstufung auf der internationalen fünfstufigen Krisen-Skala IPC (Integrated Food Security Phase Classification) in die Stufen drei bis fünf fallen. Es sind jene, die unter ernster akuter Unterernährung leiden (Stufe 3), einer ernsten Notsituation ausgesetzt sind, in der sie oft nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen (Stufe 4) oder von einer akuten Hungersnot betroffen sind, in der mindestens 30 Prozent der Bevölkerung trotz humanitärer Hilfe akut unterernährt sind (Stufe 5).

Besonders besorgniserregend ist laut dem WFP-Direktor, dass derzeit 45 Millionen Menschen in mehr als 40 Ländern von einer akuten Hungersnot bedroht sind; auf der IPC-Skala entspricht das der Stufe vier von fünf. Allein um diese 45 Millionen vor dem Verhungern zu retten, brauche seine Organisation im laufenden Jahr sechs Milliarden Dollar, sagte Beasley.

© dpa-infocom, dpa:220216-99-145783/2

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Erstellt:
16. Februar 2022, 00:57 Uhr
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