Unter Zeitdruck musste ein B-Schlauch aus- und wieder aufgerollt werden. Foto: Henkel

Unter Zeitdruck musste ein B-Schlauch aus- und wieder aufgerollt werden. Foto: Henkel

Nienburg 12.08.2020 Von Marc Henkel

Pandemie macht Feuerwehr erfinderisch

Nienburger Feuerwehrleute absolvieren Atemschutztraining in Corona-Zeiten

Zum Bild der Feuerwehr gehören auch Einsatzkräfte, die unter schwerem Atemschutz arbeiten.

Damit aber ein Feuerwehrmitglied unter Atemschutz arbeiten kann, sind diverse Hürden zu nehmen. Zu den Hürden gehören das Alter, man muss zwischen 18 und 55 Jahre alt sein, und die körperliche Fitness haben, die alle drei Jahre von einem Arzt untersucht wird. Hinzu kommt die fachbezogene Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger. Erst dann darf man unter Atemschutz Feuerwehreinsätze absolvieren.

Ein Mal im Jahr müssen die Atemschutzgeräteträger trotzdem ihr Können prüfen lassen. Dies ist in der Feuerwehrdienstvorschrift 7 (FwDV 7) geregelt.

Hierzu gehören eine jährliche Unterweisung und eine Belastungsübung. Letztere sei derzeit kaum abzuleisten, da die Belegung der Atemschutzübungsstrecke durch die Pandemie-Vorschriften stark reglementiert sei, schreibt Feuerwehrpressewart Marc Henkel.

Für Übungen mit Atemschutz hat das Niedersächsische Innenministerium den Feuerwehren mehr Freiheiten gelassen. Es müsse nicht mehr zwingend die Atemschutzübungsstrecke durchlaufen werden. Es könnten auch andere Übungsinhalte generiert werden. Voraussetzung sei die zu erbringende Leistung von mindestens 80000 Joule.

Stadtatemschutzgerätewart Andreas Hanauer-Krücke von den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Nienburg erarbeitete einen Parcours, der jüngst seine Premiere auf dem Übungshof der Ortsfeuerwehr Nienburg feierte. 20 Atemschutzgeräteträger aus den vier Ortsfeuerwehren mussten zu Beginn des Parcours mit einem zehn Kilogramm schwerem Hammer zehn Mal auf einen großen Reifen schlagen.

Danach musste ein Container erklommen und von diesem wieder abgestiegen werden. Danach musste eine mit Pkw-Reifen bestückte Strecke durchlaufen werden, um zum Schluss des ersten Teils zwei Kanister mit jeweils 20 Liter Inhalt über 20 Meter zu tragen.

Im zweiten Teil musste ein B-Schlauch aus- und wieder aufgerollt werden, durch einen Hindernisparcours gekrochen und der Feuerwehrturm senkrecht auf 18 Meter hinaufgeklettert werden. Danach wieder hinab, um mit geballter Kraft die Drehleiter mit ihren 13 Tonnen über 20 Meter zu schieben. Erst danach galt die Belastungsübung als bestanden. Hanauer-Krücke zeigte sich zufrieden mit der Premiere.

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Erstellt:
12. August 2020, 20:56 Uhr
Lesedauer:
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