Händler befürchten Absage

Händler befürchten Absage

Horst-Dieter und Margret Lemke aus Nienburg haben Blumen auf dem Nienburger Wochenmarkt gekauft. Fotos: Stüben (7)

Die Sonne strahlt, die Temperaturen sind mild, die Menschen strömen durch die Nienburger Innenstadt entlang der Wochenmarktstände – kaufen hier Gemüse ein, dort Hornveilchen.

Es ist Samstag, 14. März, drei Tage nach Bekanntwerden der ersten bestätigten Corona-Infektionen im Kreisgebiet. Auf den ersten Blick ist alles wie immer: In kleinen Grüppchen stehen die Marktbesucher zusammen, unterhalten sich, lachen.

Ist irgendwas? Es herrscht offensichtlich keine Panik unter den Besuchern, aber es gibt nur ein Gesprächsthema: die Corona-Pandemie.

Während die einen darüber witzeln, dass sie sich nur noch per Ellenbogen-Druck begrüßen, tauschen andere ernst, aber ruhig Verhaltensregeln aus, wie sie sich selbst und andere am besten vor einer Ansteckung schützen können.

Angst vor einer Infektion auf dem Wochenmarkt hat keiner der Besucher, mit der DIE HARKE spricht. Sorge bereitet den Händlern nach eigenen Worten die Aussicht auf eine mögliche Absage der kommenden Wochenmärkte auf unbestimmte Zeit – für die sie selbst keinen Grund sehen.

Gerd Hillmann vom Hühnerhof aus Wietzen sagt: „Der Betrieb heute auf dem Wochenmarkt ist wie immer. Vielleicht kaufen die Menschen ein bisschen mehr haltbare Ware ein. Aber ich habe Bedenken, dass der Markt irgendwann doch zugemacht wird. Dabei ist es hier für die Kunden angenehm. Sie sind an der frischen Luft, können Abstand halten und zu Zeiten kommen, zu denen nicht so viel los ist – besser als im Supermarkt.“

Sollte es zu einer Absage des Wochenmarkts kommen, hat Hillmann nach eigenen Worten ein Problem: „Die Eier, die ich verkaufe, kommen immer nach. Die muss ich irgendwie loswerden. Ich kann dann nur hoffen, dass Kunden zu mir in den Hofladen kommen.“

Gärtner Wolfgang Hirsch aus Bücken hat nach eigenen Worten einen leichten Rückgang der Marktbesucher beobachtet. „Ich hoffe, dass es weitergeht mit dem Markt. Meine Hornveilchen beispielsweise kann ich nur bis Ostern verkaufen, danach will die kein Mensch mehr haben.“

Gemüsehändler Uwe Wandmacher aus Dörverden hat festgestellt, dass die Menschen nicht in Panik verfallen seien. „Das Geschäft läuft gut, gemessen an der Jahreszeit“, sagt Wandmacher.

Weil er nicht wisse, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln werde, kauft Wandmacher nach eigenen Worten nur so viel ein, wie er für einen Tag brauche. Schließlich wisse niemand, ob in der kommenden Woche das Markttreiben noch in dieser Form stattfinden wird.

Was die Besucher zum Thema Wochenmarkt und Corona gesagt haben, lesen Sie unten.