Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main 12.03.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Panikverkäufe drücken Dax trotz EZB-Paket um 10 Prozent

Das Hilfspaket der EZB gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag nicht beruhigt. Im Gegenteil: Sie reagierten sie mit einem fortgesetzten Ausverkauf.

Zuvor hatte ein von US-Präsident Trump verhängter Einreisestopp von Europäern in die USA neue heftige Verluste ausgelöst.

Der Dax, der schon zum Handelsstart um mehr als 500 Punkte auf unter 10.000 Punkte gesackt war, weitete sein Minus auf über 1000 Punkte aus. Am frühen Nachmittag gab der deutsche Leitindex um 10,74 Prozent auf 9317,52 Zähler nach.

Zuletzt hatte er dort im Sommer 2016 gestanden. In nicht einmal einer Handelswoche büßte das deutsche Börsenbarometer inzwischen fast 20 Prozent ein. Einen größeren Verlust hatte es nur zur Finanzmarktkrise im Oktober 2008 gegeben.

Der MDax verlor am Donnerstag rund 10 Prozent auf 20.352,33 Punkte und der EuroStoxx 50 sackte um rund 11 Prozent ab. In den USA fiel der Dow Jones Industrial um rund 8 Prozent.

In den wichtigen deutschen Indizes, dem Dax, MDax und SDax gaben alle Aktien nach. Besonders unter Abwärtsdruck stand erneut die Freizeit- und Reisebranche. Hierzulande brachen die Papiere der Lufthansa um 11 Prozent ein. Den Papieren des Flughafenbetreibers Fraport erging es im MDax mit minus 10 Prozent kaum besser. Die Titel des Flugzeugbauers Airbus sackten um 15 Prozent ab.

Auch Bankaktien brachen ein. Die Anteile der Deutschen Bank und der Commerzbank erreichten Rekordtiefs. Trotz gestiegener Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr gaben die Anteile des Versorgers RWE im Dax um fast 17 Prozent nach und sackten auf den tiefsten Stand seit Sommer 2019.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein neues Rekordtief von minus 0,83 Prozent, nach minus 0,78 Prozent am Tag zuvor. Der Rentenindex Rex stieg deutlich um 3,38 Prozent auf 152,14 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,23 Prozent auf 176,27 Punkte. Der Kurs des Euro gab seine frühen Gewinne ab und gab deutlich auf 1,1228 US-Dollar nach. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1336 Dollar festgesetzt.

Zum Artikel

Erstellt:
12. März 2020, 15:34 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.