Partnerschaft und Ökumene stärken

Partnerschaft und Ökumene stärken

Am Abschiedsabend im Haus der Kirche in Stolzenau blickten rund 30 Menschen auf Erlebnisse mit Sizeka Mcoyana zurück. Foto: Wiegmann

„Hamba kakuhle!“ (in etwa: gute Reise) heißt es in diesen Tagen, wenn Sizeka Mcoyana den [DATENBANK=462]Kirchenkreis Stolzenau-Loccum[/DATENBANK] nach einem Jahr wieder verlässt. Ihre bevorstehende Rückreise in den Partnerkirchenkreis Eastern Cape war Anlass für einen bunten Abend, an dem die junge Frau aus Südafrika offiziell aus dem Kirchenkreis verabschiedet wurde.

Zuvor hatte sie ein Jahr lang bei Familie Reinhardt in Leese ein Zuhause gefunden und im Kindergarten „[DATENBANK=4581]Pusteblume[/DATENBANK]“ in Stolzenau gearbeitet. In dieser Zeit hat sie viel erlebt und gelernt, neues Selbstbewusstsein gewonnen und sich der für sie so schweren deutschen Sprache angenähert. Am Abschiedsabend im Haus der Kirche in Stolzenau blickten nun etwa 30 Menschen auf die jeweils gemeinsamen Erlebnisse mit Mcoyana zurück. Nach der Begrüßung durch Superintendentin Dr. [DATENBANK=738]Ingrid Goldhahn-Müller[/DATENBANK] zeichnete Hartmut Willig als Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses des Kirchenkreises unter der Überschrift „Wie alles begann“ diesen besonderen Partnerschaftsbesuch und seine Entstehungsgeschichte nach: Von ersten Ideen 2015 über zwischenzeitliche Herausforderungen bis zur Umsetzung im vergangenen Jahr.

Es folgten mehrere Erfahrungsberichte, jeweils anschaulich mit Bildern unterlegt: Von den Gasteltern Heidrun und Wolfgang Reinhardt, die mit ihrem Familienmitglied auf Zeit bereichernde wechselseitige Lernprozesse erlebten, viel lachten und Spiele spielten.

Mitarbeiterinnen des Stolzenauer Kindergartens erzählten anschaulich, wie leicht Sizeka Mcoyana trotz Sprachbarriere einen Zugang zu den Kindern gefunden hatte – und diese sich wiederum mit Begeisterung auf sie stürzten. Zunehmend sprach sie mit den Kindern Deutsch und initiierte ein eigenes Afrika-Projekt, das begeistert aufgenommen wurde. Birte Hagestedt aus dem Partnerschaftsausschuss blickte auf ein intensives Jahr als Mentorin für Sizeka Mcoyana zurück, für die sie zur vertrauten Ansprechpartnerin in vielen Lebenslagen geworden war.

Nach der Auflockerung durch gemeinsames Singen und Instrumentalmusik kam Sizeka Mcoyana auch selbst zu Wort: In einem Interview mit Kord Lampe vom Partnerschaftsausschuss ließ sie die Zuhörenden teilhaben an ihren Gefühlen angesichts ihrer Rückkehr und an ihren Zukunftsplänen: Sie fühle sich sehr bereichert, in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und dankbar für die erfahrene Gastfreundschaft und Offenheit. Nach ihrer Rückkehr strebt die 27-Jährige den weiteren Schulbesuch an mit dem Ziel, eine Ausbildung zur Erzieherin zu beginnen. Bei einem augenzwinkernden Deutschland-Quiz konnte Sizeka Mcoyana schließlich zeigen, was sie innerhalb eines Jahres über ihr Gastland gelernt hat.

Nachdem Hartmut Willig allen Beteiligten für die Organisation und die Durchführung des Partnerschaftsbesuchs gedankt hatte, wurde der Abend mit Andacht und Reisesegen von Pastor [DATENBANK=2159]Dr. Burkhard Meyer-Najda[/DATENBANK] aus Uchte und Superintendentin Dr. Goldhahn-Müller beschlossen. Sizeka Mcoyana zeigte sich am Ende sichtlich bewegt und dankte nochmals für die Warmherzigkeit und Aufrichtigkeit in der Begegnung und ein besonderes Jahr in Übersee. Bei ihrer Rückkehr in Südafrika erwartet sie neben spätsommerlichem Wetter eine Abordnung des Kirchenkreises Eastern Cape am Flughafen. Beide Kirchenkreise erhoffen sich von diesem erstmaligen Langzeitbesuch eine Stärkung ihrer Partnerschaft und neue Impulse im ökumenischen Miteinander.