Rettungskräfte stehen am Ort eines Flugzeugabsturzes am Rande von Teheran. Bei dem Absturz der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran sind nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond alle Insassen ums Leben gekommen. Foto: Mohammad Nasiri/AP/dpa

Rettungskräfte stehen am Ort eines Flugzeugabsturzes am Rande von Teheran. Bei dem Absturz der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran sind nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond alle Insassen ums Leben gekommen. Foto: Mohammad Nasiri/AP/dpa

Teheran 08.01.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Passagierjet nahe Teheran abgestürzt - alle Insassen tot

Eine ukrainische Passagiermaschine ist am Morgen in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben.

Es seien alle 173 Passagiere und Crewmitglieder getötet worden, sagte ein Sprecher im iranischen Staatsfernsehen. Nach dem Absturz der Boeing 737 hatte die iranische Nachrichtenagentur Insa zunächst von 180 Insassen berichtet. Unter den Opfern sind nach ukrainischen Angaben auch drei Deutsche. Das teilte der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko bei Twitter mit. Russischen Medien zufolge war die Maschine von Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab. Die iranische Luftfahrtbehörde führte den Crash auf einen technischen Defekt zurück, wie der iranische Nachrichtensender Chabar unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete. Wie diese so kurz nach dem Absturz am Mittwochmorgen zu dem Schluss eines Technikfehlers als Ursache kam, blieb zunächst offen. Boeing reagierte kurz nach dem Absturz mit einem Tweet: „Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen.“ Die um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 08.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen. Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde. Derweil prüft das Auswärtige Amt, ob möglicherweise auch Deutsche an Bord waren. „Unsere Botschaft in Teheran bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung“, hieß es am Morgen auf Anfrage in Berlin. Ukrainische Medien hatten zuvor berichtet, dass unter den Toten des Absturzes auch vier Deutsche sein sollen. Eine Quelle für diese Information wurde nicht genannt. Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, war zunächst völlig unklar. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag. Zwar hatten örtliche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden, die US-Stützpunkte im Irak zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Iran und die USA hatten sich seit Tagen mit martialischen Drohungen überzogen und jeweils drastische Reaktionen auf aggressives Handeln der Gegenseite in Aussicht gestellt.Nachrichtenagentur Isna, Persisch

Zum Artikel

Erstellt:
8. Januar 2020, 09:51 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.