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28.09.2012 Von Alan Smithee

Passivhäuser sind umweltfreundlich und wirtschaftlich

PR-Artikel Wer sich den Traum von einem Eigenheim erfüllt und gemeinsam mit der Familie ein Haus baut, achtet dabei natürlich auf möglichst niedrige Kosten. Doch vielen Bauherren ist es heutzutage genau so wichtig, mit dem Neubau etwas für die Umwelt zu tun. Aus diesem Grund werden Passivhäuser immer beliebter.

Denn laut dem Passivhaus Institut, das sich mit Energieeffizienz in Gebäuden beschäftigt, ist dieses Baukonzept zugleich energieeffizient, komfortabel, umweltfreundlich und wirtschaftlich.

Ein Passivhaus bietet viele Vorteile

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge sind bis heute mehr als 25.000 Passivhäuser in Deutschland und Österreich entstanden. Die optimale Wärmedämmung sorgt dafür, dass ganzjährig weder eine herkömmliche Heizung, noch eine Klimaanlage nötig ist. Ein Passivhaus verbraucht deshalb im Vergleich zu anderen Gebäuden bis zu 90 Prozent weniger Heizwärme. Und durch den geringen Energieverbrauch entstehen deutlich niedrigere Kosten für den Hausbesitzer. Der Wärmebedarf wird stattdessen vor allem durch passive Quellen wie zum Beispiel Sonneneinstrahlung gedeckt. Zusätzlich profitieren die Bewohner vom hohen Wohnkomfort, da mit einer Lüftungsanlage ganzjährig für gleichbleibende Temperaturen und frische Luft gesorgt ist.

Um auch wirklich alle Vorteile eines Passivhauses nutzen zu können, und somit gleichermaßen etwas für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu tun, sollte man allerdings einige Dinge beachten.

Die Wahl des richtigen Dämmstoffs

Bauherren müssen sich während der Bauphase für einen Dämmstoff entscheiden. Ihnen stehen dabei viele unterschiedliche Materialien in verschiedenen Preiskategorien zur Verfügung. Das umfangreiche Angebot reicht von günstigen Platten aus aufgeschäumtem Kunststoff, über Glas- und Mineralwolle bis hin zu Naturprodukten wie Schafwolle oder Kork. Allerdings gilt es, bei einigen dieser Dämmstoffe gewisse Sicherheitsaspekte zu beachten beziehungsweise auf einige Materialien zu verzichten.

Der Preisunterschied ist dabei gewaltig. Während Kunststoff schon ab etwa 65 Euro pro Kubikmeter erhältlich ist, kann ein Kubikmeter Schafwolle bei über 180 Euro liegen. „Nicht immer ist das auf den ersten Blick günstigste Material auch das effizienteste“, meint allerdings der Bau- und Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Achim Fischer. „Langfristig kann es sich lohnen, einen der teureren Dämmstoffe zu verwenden.“

Einen großen Nachteil bei sehr günstigen Materialien sieht der Bausachverständige Reimund Stewen vom Verband Privater Bauherren bei den Gefahren im Brandfall. So sind, laut Stewen, zum Beispiel Polystyrolplatten nicht feuerfest, sondern nur schwer entflammbar. Was zunächst eher positiv klingt, kann jedoch dazu führen, dass bei einem Brand die Platten schmelzen und eine für die Feuerwehr nur schwer zu löschende Masse aus flüssigem, heißen Material entsteht.

Den Heizbedarf optimal decken

Selbst wenn bei einem Passivhaus die Transmissions- und Lüftungswärmeverluste durch die optimierte Gebäudehülle minimiert werden und somit nicht auf konventionellem Weg geheizt werden muss, bleibt ein - wenn auch geringer - Heizwärmebedarf bestehen. Um diesen zu decken, kommt beispielsweise ein Wärmepumpen-Kompaktgerät infrage, das die verschiedenen Funktionen wie die Heizung, die Warmwasserbereitung- und Speicherung sowie die Lüftung inklusive Wärmerückgewinnung, miteinander verbindet. Auch ein Ofen, der etwa mit Holzpellets betrieben wird, kann die gesamte Wärmeversorgung des Hauses übernehmen, wenn er mittig im Erdgeschoss aufgestellt wird. Ein Gas-Brennwert-Kessel mit einem zentralen Warmwasserspeicher ist eine weitere Möglichkeit, um die Heizwärme gleichmäßig im Haus zu verteilen. Falls das Passivhaus nicht frei stehend, sondern ein Reihenhaus ist, kann es eventuell auch an das Nah- oder Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Mit guten Fenstern den Wärmeverlust weiter reduzieren

Auch die Fenster spielen beim Bau eines Passivhauses eine wichtige Rolle, denn die Entwicklung von Fenstersystemen mit einem niedrigen Wärmedurchgangskoeffizient (auch U-Wert genannt) hat den Bau dieser Häuser im Grunde erst möglich gemacht. Um alle Vorteile nutzen zu können, sollten die Fenster einen U-Wert von 0,80 W/(m²K) nicht überschreiten. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert), der den Anteil der einfallenden Sonneneinstrahlung, die durch das Fensterglas in den Raum gelangt, angibt, sollte mindestens 50 Prozent betragen.

Gut isolierende Passivhausfenster haben zudem eine Dreifachverglasung und einen effektiven, wärmegedämmten Randverbund, der den Wärmeverlust auf ein Minimum reduziert. Natürlich sollten die Fenster professionell und am besten vom Fachmann in die Wand eingebaut werden. Ein zuverlässiges Bauunternehmen kümmert sich zudem nicht nur um den Einbau und bietet Wartungsverträge an, sondern berät die Bauherren vorab auch ausgiebig über alle Optionen, um das Passivhaus bestmöglich zu gestalten.

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Erstellt:
28. September 2012, 12:28 Uhr
Lesedauer:
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