Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence spricht auf der Jahrestagung der Federalist Society in Florida. Foto: Stephen M. Dowell/Orlando Sentinel/AP/dpa

Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence spricht auf der Jahrestagung der Federalist Society in Florida. Foto: Stephen M. Dowell/Orlando Sentinel/AP/dpa

Washington 05.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Pence widerspricht Trump das erste Mal mit klaren Worten

Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence hat Ex-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Wahl 2020 mit deutlichen Worten widersprochen.

„Ich habe diese Woche gehört, dass Präsident Trump gesagt hat, ich hätte das Recht, die Wahl zu kippen. Präsident Trump hat Unrecht, ich hatte kein Recht, die Wahl zu kippen“, sagte Pence bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Florida. „Nach der Verfassung hatte ich kein Recht, das Ergebnis unserer Wahl zu ändern“, so der Republikaner weiter. Und Vize-Präsidentin Kamala Harris werde kein Recht haben, das Wahlergebnis zu kippen, wenn die Republikaner die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2024 schlagen würden.

Pence hatte sich geweigert, Trumps Druck nachzugeben und die Zertifizierung der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 3. November im Kongress zu verhindern. Trump wollte so Joe Bidens Wahlsieg in letzter Minute noch kippen. Pence hatte bereits damals erklärt, dass ihm sein Eid zum Schutz der Verfassung das nicht erlaubte. Trump ist seinen ehemaligen Stellvertreter deswegen mehrfach öffentlich angegangen. Dieser hatte sich in der Vergangenheit zwar von Trump distanziert. Es ist allerdings das erste Mal, dass er Trump mit so klaren Worten widerspricht.

Welche Ambitionen hat Pence?

In Washington wird schon länger vermutet, dass Pence womöglich selbst Ambitionen haben könnte, bei der Präsidentenwahl 2024 als Bewerber der Republikaner anzutreten. Sollte Trump ebenfalls seine Kandidatur erklären, würden die beiden als Konkurrenten im parteiinternen Wettstreit gegenander antreten.

Vizepräsidenten spielen bei der offiziellen Bestätigung des Wahlergebnisses im Kongress nur eine zeremonielle Rolle. Anhänger Trumps hatten am 6. Januar schließlich den Kongresssitz in Washington erstürmt, um die Zertifizierung von Bidens Wahlsieg zu sabotieren. Trumps hatte seine Unterstützer vorher mit seinen Betrugsbehauptungen aufgewiegelt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben.

© dpa-infocom, dpa:220205-99-983364/2

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Erstellt:
5. Februar 2022, 02:11 Uhr
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