Umjubelt bei der 70. Berlinale: Schauspielerin Nina Hoss. Foto: Christoph Soeder/dpa

Umjubelt bei der 70. Berlinale: Schauspielerin Nina Hoss. Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin  25.02.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Perspektiven von Frauen prägen sechsten Berlinale-Tag

Der sechste Berlinale-Tag rückt Perspektiven von Frauen in den Mittelpunkt des Wettbewerbs. Der koreanische Film „Domangchin yeoja“ (16.00 Uhr) von Hong Sangsoo erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach Jahren der Ehe beginnt, einen Teil ihres Lebens auch ohne ihren Mann zu führen.

Die US-Regisseurin Eliza Hittman präsentiert in ihrem Film „Never Rarely Sometimes Always“ (22.00 Uhr) das Leben der jungen Autumn, die mit einer ungewollten Schwangerschaft und den Reaktionen ihrer Umgebung klarkommen muss. Im Wettbewerb ist auch „Favolacce“ („Bad Tales“), in dem Fabio und Damiano D'Innocenzo eine Geschichte aus dem Speckgürtel Roms präsentieren, wo Frauen und Männer sich auf schwülen Terrassen von ihren Träumen und Hoffnungen verabschieden müssen. Im Beiprogramm gibt es einen Blick auf die Dokumentarserie „Hillary“, zu der die frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nach Berlin gekommen ist. „Ich liebe Berlin, ich liebe Filme. Was könnte besser sein, als beides hier zusammen zu haben?“, sagte die ehemalige First Lady am Montag nach ihrer Ankunft. Nach der Premiere des Vierteilers, der Einblick in Leben und Karriere der 72-Jährigen gibt, stand ein Filmgespräch mit Clinton auf dem Programm. Am Montagabend konnte das Berlinale-Publikum wieder drei Premieren von Wettbewerbern in Augenschein nehmen. „Delete History“ („Effacer lhistorique“) von Benoît Delépine und Gustave Kervern wurde gefeiert. Die Komödie dreht sich um drei Underdogs in der französischen Provinz, die gegen die Allmacht des Internets und den Konsumterror kämpfen. Bären-verdächtig dabei eine urkomische Blanche Gardin in der weiblichen Hauptrolle. Allerdings konkurriert sie dabei direkt mit der ebenfalls umjubelten Nina Hoss, die sich in „Schwesterlein“ von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ebenso aufopferungsvoll wie realitätsverweigernd um ihren krebskranken Zwillingsbruder (Lars Eidinger) kümmert. In „Siberia“ schickt Abel Ferrara seine Star-Besetzung Willem Dafoe auf einen Psycho-trip um innere Abgründe. Nicht alle Zuschauer mochten dem folgen, reges Kinoverlassen während des Films.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 07:52 Uhr
Lesedauer:
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