Die Honigbiene ist durch Insektizide bedroht. Dallmeyer

Die Honigbiene ist durch Insektizide bedroht. Dallmeyer

Nienburg 15.02.2018 Von Die Harke

Pestizid-Einfluss auf Intelligenz

Weltweit führender Forscher spricht im Kulturwerk

Vor dem Hintergrund des weltweiten Artensterbens stellt der Berliner Zoologe und Neurobiologe Professor Randolf Menzel Ergebnisse aus seiner jahrelangen Forschung zum Thema „Einfluss von Neonicotinoiden auf das Nervensystem der Bienen“ vor. Die [DATENBANK=1426]BUND-Kreisgruppe Nienburg[/DATENBANK] lädt zu diesem Vortrag am Freitag, 23. Februar, ab 19 Uhr in das [DATENBANK=340]Nienburger Kulturwerk[/DATENBANK] ein. Seit Ende der 60er-Jahre beschäftigt sich Menzel mit der Honigbiene „Apis mellifera“. Er konnte, schreibt der BUND, nachweisen, dass Bienen ähnlich wie Menschen bei der Navigation eine innere Landkarte nutzen und sich nicht bloß die kürzeste Strecke zurück zum Stock merken. Er untersuchte Sinne und Gehirnleistungen und fand dabei so viel Spannendes heraus, dass er als weltweit führend in der Erforschung des Nervensystems der Biene gilt. Menzel weist immer wieder darauf hin, dass den Blütenbestäubern große Gefahr durch Insektizide droht.

Neonicotinoide heißen die gefährlichen Wirkstoffe. Menzel hat herausgefunden, wie sie auf Bienen wirken und dass schon kleine Mengen davon die Navigation und das Gedächtnis der Insekten stören: „Sie finden dann wesentlich schlechter zum Stock zurück und können sich auch nicht mehr in ihrer Tanzsprache ertragreiche Futterquellen mitteilen.“

Von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen hängt ein Großteil der Ernten ab, viele Pflanzen sind auf Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen. Seit der Einführung der ersten Neonicotinoide sei die Menge der flugfähigen Insekten nach BUND-Angaben stark geschrumpft. „Im Vergleich zu den Zahlen von 1989 gibt es heute nur noch 20 bis 30 Prozent,“ bestätigt Erk Dallmeyer vom Tagfalter-Monitoring der BUND-Kreisgruppe.

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Erstellt:
15. Februar 2018, 21:00 Uhr
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