Sieht harmlos aus, kann aber gefährlich werden für Tiere – das Jakobskrautkreuz. Fotolia/Ingairis

Sieht harmlos aus, kann aber gefährlich werden für Tiere – das Jakobskrautkreuz. Fotolia/Ingairis

Hoya 03.06.2017 Von Horst Achtermann

Pflanze gefährdet Pferde und Rinder

Naturschutzverein Weseraue will Kreuzkraut-Vorkommen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya erfassen

Es gibt auch in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya eine Kreuzkrautproblematik, zwar nicht besorgniserregend hoch, die aber in gewissen Regionen den Pferdehaltern und Imkern doch Kopfzerbrechen bereiten. Der [DATENBANK=3820]Naturschutzverein Weseraue[/DATENBANK] hat das Problem erkannt und hatte zu einer Auftaktveranstaltung – bereits im März – in die Landesreitschule Hoya eingeladen. „Mit sehr guten Zuspruch, neben Vertreter von Reitvereinen sind auch Privatpersonen und Imker gekommen“, informiert der Naturschutzverein. Lüder Cordes von der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer stellte die Problematik dar und zeigte Möglichkeiten auf, die Bestände zu minimieren. Darum sei es das Ziel von Naturschutzverein, Landwirtschaftskammer und Samtgemeinde, das Kreuzkraut-Vorkommen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya zu erfassen. In der Region handelt es sich im Besonderen um das Jakobs-Kreuzkraut.

Warum bereiten Kreuzkräuter den Pferdehaltern und Imkern Sorge? Die Kreuzkraut-Arten enthalten bitter schmeckende sekundäre Inhaltsstoffe, mit denen sich die Pflanzen gegen Fressfeinde schützen. Sie schädigen die Leber und zeigen im Tierversuch erbgutverändernde und krebsauslösende Wirkungen. Pferde und Rinder seien gefährdet nicht nur auf der Weide, sondern auch wenn sie mit Heu oder Silage gefüttert werden, in dem Kreuzkräuter enthalten seien. Bienen fliegen Kreuzkräuter an, wenn die Auswahl an Alternativen gering sei. „Ein akutes Gesundheitsrisiko bestehe jedoch nicht“, schreibt das Bundesamt für Risikobewertung in einer Stellungnahme“, auch enthalten in der „Göttinger Erklärung zum Umgang mit Kreuzkräutern auf relevanten Flächen des Naturschutzes“, dieser Erklärung schließt sich der Naturschutzverein Weseraue an, teilt Vorsitzender [DATENBANK=4343]Dr. Arne Röhrs[/DATENBANK] mit. Eine samtgemeindeweite Gemeinschaftsaktion für die Eindämmung des Jakobs-Kreuzkrautes sei sinnvoll, die vom Naturschutzverein und von der Samtgemeinde geplant und koordiniert werde.

Sammelzeitraum bis 22. Juni

Der Sammelzeitraum soll sich ab sofort bis zum 22. Juni erstrecken. Wie das alles geschehen soll, dafür hat der Naturschutzverein Informationsmaterial auf www.ak-kreuzkraut.de und www.kreuzkraut.de zur Verfügung gestellt. Alle, die mithelfen wollen, das Kreuzkraut in der Samtgemeinde einzudämmen, will der Verein animieren. Er leistet gern Aufklärungsarbeit. Für Rückmeldungen und Fragen steht er unter Telefon (0 42 56) 98 23 24 oder per E-Mail an info@naturschutzverein-weseraue.de zur Verfügung.

Abgabestelle ist der Wertstoffhof in Hoya an den regulären Öffnungszeiten (montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr). Wichtig: Es werden nur geschlossene Müllsäcke angenommen, in denen sich ausschließlich Kreuzkrautpflanzen befinden dürfen. Während der Sperrung des Hasseler Steinwegs richtet der BAWN eine Grüngutabnahme bei der Spedition Jühlke, Ecke Kiebitzmarkt, ein. Die Abnahme erfolgt dort sonnabends von 9 bis 12 Uhr ab dem 10. Juni. Die Kosten trägt die Samtgemeinde. „Ohne den Einsatz von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer wäre diese Aktion nicht denkbar gewesen“, unterstreicht Dr. Röhrs.

Zum Artikel

Erstellt:
3. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.