Herbstanfang ist nicht gleich Herbstanfang. Foto: fotofuerst - stock.adobe.com

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Nienburg 11.09.2020 Von Holger Lachnit

Phänologischer Herbstanfang

Guten Tag – ein Kommentar

Neulich saßen wir im Garten (coronagerecht) zusammen und stellten fest, wie früh es inzwischen dunkel wird. Ein Blitzmerker verbreitete daraufhin die Erkenntnis, dass es morgens auch immer später hell wird. Die allgemeine Schlussfolgerung war unausweichlich: Es wird Herbst!

Daraufhin erklärte der besagte Blitzmerker, dass bereits Herbst sei, schließlich gelte der 1. September als meteorologischer Herbstanfang. Es folgte in der kleinen Runde eine kurze Phase des Schweigens – verbunden mit intensiver Beschäftigung mit dem Smartphone. Dann kam der nächste Einwurf: „Der kalendendarische Herbstanfang ist aber erst am 22. September!“

So weit, so gut, hätte nicht jemand noch ein wenig länger auf seinem Handy rumgedaddelt: „Und was ist mit dem phänologischen Herbstanfang?“

Wie bitte, mit dem was? Allen Ernstes erklärte Freund Blitzmerker, dass der Herbstanfang auch flexibel bestimmt werden könne: Das phänologische Jahr richte sich nicht nach bestimmten Daten, sondern nach regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen, habe er auf einer Internetseite gerade gelesen. So könne man beispielsweise den Entwicklungsstand der Pflanzen aus Maßstab nehmen: Frühherbst sei demnach, wenn es schwarze Holunderfrüchte gibt, „Vollherbst“, wenn die Stieleiche Früchte trägt. Was es nicht alles gibt – und: Sind mit den „Früchten der Stileiche“ die Eicheln gemeint?

Für mich ist der Herbst eher Gefühlssache: Wenn der Himmel grau wird, die Luft erdig „nach Herbst riecht“ und wenn sich die Blätter bunt färben – dann ist Herbst.

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Erstellt:
11. September 2020, 06:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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