Das neue DFB-Trikot - kostet mit Beflockung knappe 150 Euro. Foto: adidas promo

Das neue DFB-Trikot - kostet mit Beflockung knappe 150 Euro. Foto: adidas promo

Landkreis 17.11.2019 Von Bent Holzmann

Pleite, Pannen, DFB-Trikot

Guten Tag

Manche Dinge kann ich kaum erwarten. Zum Beispiel den nächsten Besuch im Fußball-Stadion, oder den nächsten Grillabend im Sommer. Das neue Trikot unserer Nationalmannschaft – das gehört definitiv nicht dazu.

Mit Kopfschmerzen erinnere ich mich noch an die Präsentation des grünen Jerseys vor fast zwei Jahren, das als Auswärtstrikot der Elf von Bundestrainer Joachim Löw diente und mehr an ein Pyjama-Oberteil erinnerte, als an das Outfit eines Nationalspielers.

Vor wenigen Tagen dann der Moment der Enthüllung: Das neue DFB-Trikot für die anstehende Europameisterschaft wurde veröffentlicht. Aus der jüngsten Erfahrung habe ich gelernt, meine Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen – und ich fuhr gut damit. Eine Design-Revolution ist das neue Shirt definitiv nicht.

Weißer Stoff, versehen mit feinen schwarzen Querstreifen. Markant sind vor allem die Ärmel in den Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold. Hersteller Adidas schreibt dazu: „Der dynamische Farbverlauf des Bündchens steht für die Diversität in der Bundesrepublik, für Spieler und Fans mit unterschiedlichen Wurzeln.“

Es macht eher den Anschein, man wolle dem Zuschauer erschweren, auszumachen, wer aktuell die Kapitänsbinde trägt – reiner Zufall, angesichts der Personal-Debatte rund ums DFB-Team?

Peinlich wurde es, als die ersten Fans Rechtschreibfehler auf den neuen Trikots entdeckten: Die Namen von Jonas Hector und Luca Waldschmidt wurden falsch abgedruckt; aus Hector wurde dabei ein Hecktor und aus Waldschmidt wurde Waltschmidt.

Der nächste Schock erwartete die DFB-Anhänger dann weiter unten im Online-Shop, denn beim Preis dürften viele Fans Schnappatmung bekommen haben. Ein Toni-Kroos-Trikot kostet schlappe 149,95 Euro.

Verständlich ist die Preispolitik nicht. Anders als die Bundesliga-Vereine muss der DFB mit den Erlösen keinen Profikader finanzieren. Wenn der Verband anführt, dass mit dem Hemdenverkauf nicht nur der eigene Verwaltungsapparat unterhalten wird, sondern als Abgabe auch dem Fußball an der Basis zugutekommt, wäre dieser Umweg gar nicht nötig gewesen.

Wenn der DFB und Adidas seit der WM-Blamage 2018 die Absicht hatten, gemeinsam das lädierte Image zu reparieren, dann haben sie jetzt ihre beste Chance verpasst.

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Erstellt:
17. November 2019, 08:25 Uhr
Lesedauer:
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