Der Slowene Tadej Pogacar (r) gewinnt den Bergsprint gegen den Dänen Jonas Vingegaard. Foto: David Stockman/BELGA/dpa

Der Slowene Tadej Pogacar (r) gewinnt den Bergsprint gegen den Dänen Jonas Vingegaard. Foto: David Stockman/BELGA/dpa

Peyragudes 20.07.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Giganten-Kampf: Pogacar gewinnt Bergsprint gegen Vingegaard

Auf der 17. Etappe sollte es zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard zur Sache gehen, ein packendes Duell wurde es erst auf den letzten 300 Metern. Simon Geschke holt erneut Bergpunkte.

Die großen Attacken bleiben aus, doch am Ende der steilen Schlussrampe in Peyragudes feierte Tadej Pogacar immerhin einen Achtungserfolg. Der Titelverteidiger gewann an der Skistation in den Pyrenäen die 17. Etappe der Tour de France und machte durch eine Zeitgutschrift immerhin vier Sekunden auf Spitzenreiter Jonas Vingegaard wett. Vor dem letzten Akt in den Bergen liegt der Däne 2:18 Minuten vor Pogacar. Die 109. Tour, so viel dürfte klar sein, wird zwischen den beiden Giganten dieser Ausgabe entschieden. Simon Geschke sorgte für den nächsten deutschen Lichtblick und verteidigte sein Bergtrikot erneut. Pogacar ließ seine Mannschaft an den ersten drei von vier Bergwertungen bereits ein hohes Tempo fahren. Schon am Col de Val Louron-Azet, dem 1580 Meter hohen vorletzten Pass, gab es die ersten Erträge der Arbeit. Dem Tempo von Pogacars Helfer Brandon McNulty konnten nur der zweimalige Tour-Sieger und Vingegaard folgen. Der Gesamtdritte Geraint Thomas sowie der Vierte Nairo Quintana waren schon vor dem Finale abgehängt. Kurz vor der Bergwertung setzte Pogacar sein erste Attacke, der Vingegaard problemlos folgte. So ging das Duo zusammen in den Schlussanstieg. Geschke verteidigt erneut das BergtrikotDerweil werden Geschkes Träume von der Fahrt im Bergtrikot durch Paris am Sonntag immer realistischer. Am Mittwoch holte der 36-Jährige an der ersten Steigung erneut Punkte und verteidigte die Führung in der Wertung. Am zweiten Anstieg hatte Geschke Pech, als er kurz vor dem Gipfel durch ein Problem am Rad zurückfiel. Danach wurde der Berliner von der Gruppe der Favoriten eingeholt. Am Donnerstag könnte es Geschke auf dem Weg nach Hautacam reichen, wenn er die erste Bergwertung am legendären Col d'Aubisque für sich entscheidet. „Er braucht noch einen guten Tag. Es wäre eine historische Leistung“, sagte Geschkes Teamkollege Maximilian Walscheid der ARD. Der 29-Jährige musste die Tour am Dienstag mit einem positiven Corona-Test verlassen, war bis dahin Geschkes Zimmerkollege. „Er geht mit der Aufmerksamkeit um ihn sehr gut um“, sagte Walscheid. Allein Geschkes Follower-Zahl bei Instagram ist durch die Zeit im Bergtrikot um etwa 25 Prozent gestiegen. Der Kampf um das Grüne Trikot ist bereits beendet. Wout van Aert ist in der Wertung nicht mehr einholbar und muss nun nur noch Paris erreichen. Pogacar hat nur noch einen HelferDas hofft Pogacar vor allem für den Rest seiner Mannschaft. Am Mittwochmorgen musste er durch den Ausfall von Rafal Majka den nächsten schweren Rückschlag hinnehmen. Der Pole hatte sich einen Teilriss des Oberschenkelmuskels zugezogen, als ihm am Vortag am letzten Berg die Kette gerissen war. Zudem fiel der erkrankte Spanier Marc Soler aus dem Zeitlimit und ist raus. Damit hat Pogacar im US-Amerikaner McNulty nur noch einen Helfer in den Bergen. Der Schweizer Marc Hirschi und der Däne Mikkel Bjerg sind eher Spezialisten für flache und hügelige Etappen. Die Tour meldete zudem den zwölften Corona-Fall. Der Belgier Tim Wellens wurde am Mittwoch positiv getestet und muss das Rennen verlassen. Er habe milde Symptome, teilte sein Lotto-Soudal-Rennstall vor der 17. Etappe mit. Wellens lag weit abgeschlagen auf dem 121. Platz der Gesamtwertung.

Behauptet sich weiter als bester Bergfahrer: Simon Geschke vom Team Cofidis in Aktion. Foto: Pool Alex Broadway/BELGA/dpa

Behauptet sich weiter als bester Bergfahrer: Simon Geschke vom Team Cofidis in Aktion. Foto: Pool Alex Broadway/BELGA/dpa

Der Däne Jonas Vingegaard vom Team Jumbo-Visma in Aktion. Foto: Pool Alex Broadway/BELGA/dpa

Der Däne Jonas Vingegaard vom Team Jumbo-Visma in Aktion. Foto: Pool Alex Broadway/BELGA/dpa

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Erstellt:
20. Juli 2022, 17:09 Uhr
Lesedauer:
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