Vom Porsche gejagt: Die MSC-Racer mit ihrem Opel Astra in Oschersleben. Foto: Friemelt

Vom Porsche gejagt: Die MSC-Racer mit ihrem Opel Astra in Oschersleben. Foto: Friemelt

Oschersleben 16.06.2021 Von Die Harke

Pokal bei der Premiere für Linsburgs Motorsportler

Motorsport: Friemelt und Wegener vom MSC Linsburg absolvieren in Oschersleben erstes Rundstreckenrennen

Für die Rennfahrer des MSC Linsburg ging es mit ihrem neuen Rundstrecken-Renner erstmals in der „GLPpro“ auf die Piste. In Oschersleben stand für die beiden Fahrer Marius Friemelt und Dominik Wegener zwar der Spaß an erster Stelle, einen Pokal durften die beiden MSCer in ihrem Opel Astra trotzdem auf Anhieb mit nach Hause nehmen.

Nachdem im März der letzte Test in Papenburg stattgefunden hatte, wurden im Nachgang noch kleine Anpassungen am Fahrzeug vorgenommen. Die technische Abnahme in Oschersleben erfolgte ohne Mängel, sodass dem Rennen nichts mehr im Wege stand. Friemelt wurde in die Gruppe A eingeteilt, Wegener in die Gruppe B. Im freien Training gingen beide gemeinsam im Fahrzeug auf die Strecke, die ersten zwei Runden wurden genutzt, um die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu bringen und ein Gefühl für die Strecke zu bekommen.

Gute Laune bei den Linsburgern nach dem ersten Rennwochenende. Foto: Friemelt

Gute Laune bei den Linsburgern nach dem ersten Rennwochenende. Foto: Friemelt

Am Samstag stand dann das Qualifying auf dem Zeitplan. Hier haben die Fahrer in der GLPpro 25 Minuten Zeit, um eine Bestmarke auf den Asphalt zu setzen. Während der ersten Runden fiel den Linsburgern schnell auf, dass die Motortemperatur im Gegensatz zum Vortag stark angestiegen war. Aufgrund der begrenzten Fahrzeit verzichteten sie auf einen Boxenstopp und entzogen dem Motor die warme Luft durch das Einschalten der Heizungsanlage samt höchster Gebläsestufe. Startplatz 28 stand am Ende für Friemelt in Gruppe A zu Buche.

Im Anschluss stand das Qualifying von Wegener in der Wertungsgruppe B auf dem Programmplan. Da in der Kürze der Zeit zwischen den zwei Läufen die Ursache für das Thermikproblem nicht auffindbar war, musste auch er trotz strahlendem Sonnenschein in Oschersleben die Heizungsanlage des Autos nutzen, um dem Motorraum etwas Wärme zu entziehen. Obendrein knallte in der Einführungsrunde ein Stein auf die Astra-Windschutzscheibe: Steinschlag. An einer guten Leistung hinderte ihn das allerdings nicht: Startplatz 19 durfte sich durchaus sehen lassen.

Zündkabel vermasselt Friemelt das Rennen

Das Highlight war dann selbstverständlich das Rennen am Sonntag – die MSC-Premiere in der GLPpro. Obwohl beide Linsburger in ihrer Vergangenheit schon etliche Rennveranstaltungen gefahren sind und auf eine dreistellige Anzahl an Rennstarts kommen, waren beide vor dem Start sehr nervös.

In der Einführungsrunde brachte Friemelt noch einmal die Reifen auf Temperatur, bevor die Ampelanlage auf der Start- und Zielgeraden auf Grün sprang und das Rennen mit einem fliegenden Start freigegeben wurde. Nach den ersten zwei Runden kämpfte er sich an eine Zweiergruppe, bestehend aus zwei Ford Escort RS 2000 mit gleicher Serienmotorleistung heran.

In der Folgerunde hatte dann der Führende, ein Opel Kadett C, einen Motorschaden. Da die Rennleitung hier lediglich eine niedrige Gefahrenstufe durch ausgelaufenes Öl sah, wurde das Rennen weitergeführt. Ein ähnliches, aber nicht ganz so dramatisches Ende fand Friemelts Rennen. Sechs Minuten vor Ende der Zeit verabschiedete sich der Motor, ging aus und wollte auch nicht mehr anspringen. Der Linsburger rollte aus und schied aus.

Nachdem ein Abschleppfahrzeug den Opel nach Rennende zurück ins Fahrerlager gebracht hatte, ging das Team auf Fehlersuche, um den Start von Wegener in der Gruppe B zu ermöglichen. Das Zündkabel zwischen Verteiler und Spule hatte den Defekt ausgelöst. Dieses Problem war schnell gelöst.

Dominik Wegeners Startrunde verlief ereignisreich. Zwei Fahrzeuge vor ihm drehten sich. Diesen Fahrzeugen konnte er gerade noch ausweichen und im Anschluss auf Zeitenjagd gehen. Hierbei lieferte er sich ein Duell über mehrere Runden mit einem umgebauten VW Käfer.

Das ist wirklich ein voller Erfolg. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Dominik Wegener

Das Fahrzeug lief gut und ohne technische Probleme. So drehte der MSC-Racer Runde für Runde und verbesserte seine Rundenzeiten kontinuierlich. Nachdem die Zielflagge nach 25 Minuten Rennzeit geschwenkt wurde, stellte Wegener das Auto im Parc Ferme ab und das Team wartete auf die Siegerehrung. Nach der obligatorischen Nationalhymne rief der Veranstalter den Sieger auf, dann den Zweitplatzierten und anschließend den Drittplatzierten, der in diesem Fall niemand Geringeres als Dominik Wegener war.

Unter großem Applaus des Teams und doch sichtlich überrascht folgte Wegener seinem Aufruf, bestieg das Siegerpodest und reckte seinen Pokal für Platz drei in die Höhe. „Das ist wirklich ein voller Erfolg bei unserem Debüt in der GLPpro. Damit hatten wir nicht gerechnet“, freute sich Wegener anschließend zufrieden.

Als nächstes Event haben sich die Linsburger Piloten den VFV Klassic GP Schleiz am dortigen Dreieck im Juli ausgesucht. „Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren mitgereisten Helfern Mario Bartels, Dominik Steinmeyer, Heiko und Hauke Plumhoff bedanken. Ohne sie wäre das Wochenende nicht so gut und erfolgreich verlaufen“, lobten die beiden Fahrer zum Abschluss.

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Erstellt:
16. Juni 2021, 17:11 Uhr
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