08.09.2013

„Politische Lösung statt Militärschlag“

Am Antikriegstag Ausstellung „Kinder im Krieg – Polen 1939 bis 1945“ eröffnet

Nienburg. Gleich zu Beginn der zum Antikriegstag im Vestibül des Nienburger Rathauses eröffneten Ausstellung „Kinder im Krieg - Polen 1939 bis 1945“ brachte Bürgermeister Henning Onkes die Besorgnis über den am Vorabend angedrohten US-Militärschlag auf Syrien zum Ausdruck. Für den Arbeitskreis „Ernstfall Frieden“ betonte Wolfgang Kopf: „Der verbrecherische Giftgaseinsatz muss durch UN-Inspektoren international aufgeklärt und geächtet werden. Mit der großen Mehrheit unserer Bevölkerung lehnen wir aber einen Militärschlag auf Syrien ab. Bomben säen nur neuen Hass, nie Frieden“. Die auf Initiative von Pastor Frank-Peter Schultz nach Nienburg geholte Ausstellung zeigt auf 19 Tafeln, wie polnische Kinder die Kriegserlebnisse zwischen 1939 und 1945 zeichnerisch aufarbeiteten. Polen war das vom deutschen Überfall am 1. September 1939 als erstes betroffene Nachbarvolk und stand erstmals im Mittelpunkt eines Nienburger Antikriegstags.

Der ausrichtende AK „Ernstfall Frieden“ hatte darum den Freundeskreis Nienburg-Bartoszyce als Mitveranstalter gewinnen können. Dessen Vorsitzender, Dr.Ralf Weghöft, wies auf den wichtigen Beitrag hin, den der Freundeskreis Nienburg-Bartoszyce zur deutsch-polnischen Aussöhnung leiste, insbesondere durch Jugendbegegnungen: „Unsere junge Generation hat keine Schuld auf sich geladen. Aber sie muss wissen, was geschehen ist, damit sich diese Kriegsverbrechen nie wiederholen.“

Bis zum 20. September ist die Ausstellung im Vestibül zu sehen und kann danach von Gruppen und Schulen bei Pastor Frank-Peter Schultz, Telefon 05021/4246, ausgeliehen werden.

Der diesjährige Antikriegstag war der dritte in der wiederbelebten, ursprünglich gewerkschaftlichen Tradition. Er fiel zusammen mit dem zehnjährigen Bestehen des AK „Ernstfall Frieden“, der im Jahr 2003 aus den Nienburger Demonstrationen gegen den Irakkrieg heraus entstand. Ihm gehören - vom Kulturwerk und seinem Vorsitzenden Dieter Wignanek moderiert – weiter an: die Naturfreunde, der DGB, der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt, der Freundeskreis Las Crucis, der Kirchenkreis Nienburg, die Volkshochschule und die Stadt Nienburg.

Der AK will in Friedenszeiten ernst damit machen, im Sinne des biblischen Mottos „Schwerter zu Pflugscharen“ an sozialen, ökologischen und politischen Konfliktlösungen mitzuwirken. Dazu wurden Vorträge und Vortragsreihen zu internationalen Krisen wie Irak, Afghanistan, zum arabischen Frühling sowie kritische Gesprächsrunden zu Auslandseinsätzen und Militärkonzerten organisiert.

Zum Artikel

Erstellt:
8. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.