Mindens Juri Knorr wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: Frank Molter/dpa

Mindens Juri Knorr wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: Frank Molter/dpa

Frankfurt/Main 12.11.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Corona-Sorgen beim DHB: Schon vier Nationalspieler positiv

Die Corona-Welle hat die deutschen Handball-Nationalspieler heftiger erfasst als befürchtet und bringt die Bundesliga in immer größere Terminnöte.

Nach Torhüter Johannes Bitter und Rückraumspieler Marian Michalczik wurden am Donnerstag auch DHB-Debütant Juri Knorr vom Bundesligisten GWD Minden und Melsungens Abwehrchef Finn Lemke positiv getestet.

Rekordmeister THW Kiel rät deshalb dazu, die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft im Januar nächsten Jahres zu überdenken. „Langsam kommt der Zeitpunkt, das Fass WM wieder aufzumachen“, sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

Beim Deutschen Handballbund stand zunächst die Sorge um die Gesundheit der Spieler an erster Stelle. „Wir wünschen allen Infizierten, dass sie die Erkrankung möglichst komplikationsfrei überstehen. Das ist ohne Wenn und Aber das Wichtigste“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Bei Youngster Juri Knorr ist dieser Wunsch jedoch nicht in Erfüllung gegangen. „Es zeigen sich bereits heute schwere Symptome. Wir wünschen ihm an dieser Stelle natürlich alles Gute und schnelle Besserung“, berichtete Mindens Geschäftsführer Frank von Behren.

Die gesamte Bundesligamannschaft der Ostwestfalen um Trainer Frank Carstens musste sich nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt umgehend in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Das am Abend geplante Bundesliga-Heimspiel der Mindener gegen den Bergischen HC wurde von der HBL kurzfristig abgesagt. Die nächsten GWD-Partien in Coburg am Sonntag und gegen die Rhein-Neckar Löwen am 21. November drohen ebenfalls auszufallen.

Auch das Topspiel des kommenden Spieltages zwischen der MT Melsungen und dem SC Magdeburg, das am kommenden Samstag live in der ARD übertragen werden sollte, muss verlegt werden. Am Donnerstagabend bestätigte sich der Corona-Verdacht bei Nationalspieler Lemke. „Das ist eine bittere Nachricht für Finn, für unsere Mannschaft und für den gesamten Verein. Ganz obenan steht natürlich unser Wunsch, dass Finn die Infektion möglichst schnell und vor allem unbeschadet überwindet“, sagte MT-Vorstand Axel Geerken.


Die gesamte Mannschaft hatte sich bereits zuvor vorsorglich in eine freiwillige häusliche Quarantäne begeben und muss dort nun für 14 Tage verharren. „Das schmerzt gleich dreifach, da uns nun auch noch bereits zugesagte Sponsoringbeträge entgehen und die sehr umfangreichen organisatorischen Vorbereitungsarbeiten umsonst gewesen sind“, sagte Geerken mit Blick auf die nötige Verlegung des Magdeburg-Spiels.

Zuvor waren wegen der Corona-Krise bereits vier Partien des 7. Spieltages verlegt worden, darunter die Spiele der Topclubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. „Es gibt natürlich einen Plan B, wie man die Saison weiterspielen kann. Wir halten aber noch am ursprünglichen Spielplan-System fest. Ob die Spiele so durchgeführt werden können, werden die nächsten Wochen zeigen“, hatte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann bereits am Vortag dem Pay-TV-Sender Sky gesagt. „Wir planen nur noch von Woche zu Woche.“

Knorr und Lemke waren im Rahmen der am Sonntag zu Ende gegangenen Länderspielwoche mehrfach negativ auf das Coronavirus getestet worden und deshalb ins Vereinstraining zurückgekehrt. Am Donnerstagvormittag lag dann zunächst bei Knorr ein positiver Befund vor. „Das ist natürlich ein großer Schock für uns! Wir sind bis heute davon ausgegangen, dass Juri sich nicht im Rahmen der Nationalmannschaftsreise infiziert hat“, sagte von Behren. Ähnlich war es bei Lemke.

Der Verband hat bisher keine Erklärung dafür, wo sich die Nationalspieler infiziert haben könnten. „Wir haben das DHB-Hygienekonzept für Nationalmannschaften nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig umgesetzt“, sagte Sportvorstand Kromer. „Die nun vorliegenden positiven Ergebnisse der PCR-Tests stehen unserem Anspruch, höchste Sicherheit zu gewährleisten, leider entgegen.“ Der Verband will nun eine tiefgreifende Analyse durchführen, „um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein und die Sicherheit weiter zu erhöhen“.

© dpa-infocom, dpa:201112-99-312040/5

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12. November 2020, 21:15 Uhr
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