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Die Junge Union spricht sich gegen den Bau der Wissensburg aus. Foto: Wissensburg Achitekturbüro

Die Junge Union spricht sich gegen den Bau der Wissensburg aus. Foto: Wissensburg Achitekturbüro

Nienburg 04.12.2019 Von Die Harke

„Posthof muss saniert werden“

Junge Union lehnt „Wissensburg“ in Nienburg ab

Der Nienburger Stadtverband der Jungen Union äußert sich in einer Pressemitteilung kritisch gegenüber dem Vorhaben, an der Langen Straße 31 bis 33 die Bibliothek sowie das Kreis- und Stadtarchiv unter dem Namen „Wissensburg“ unterzubringen.

„Wir sehen schlichtweg keine Notwendigkeit für dieses Projekt und halten es darüber hinaus für eine katastrophale Verschwendung von Steuergeldern. Fördermittel hin oder her“, wird der JU-Vorsitzende Hendrik Maas zitiert.

Über Jahre hinweg hätte die Stadtverwaltung nicht an der Weiterentwicklung der Stadtbibliothek im Posthof gearbeitet und auch keine Sanierungen vorgenommen.

„Eigentum und vor allem denkmalgeschütztes Eigentum verpflichtet, sich um dieses zu kümmern. Der Bauunterhaltungsstau des Posthofes ist vollkommen selbst verschuldet. Nun versucht man aber, dieses Versäumnis zu korrigieren, indem man das Gebäude abstößt und sich einem überdimensionalen Projekt widmet“, sagt JU-Mitglied Daniel Schäfer.

Für den Posthof gebe es keinerlei Nachnutzungsüberlegungen. Es sei auch davon auszugehen, dass niemand dieses Gebäude in einem Bieterverfahren auch nur für einen Euro kaufen wollen würde.

Nur Insellösung: „Wissensburg“ überdimensional und unverhältnismäßig

Die Junge Union bemängelt darüber hinaus, dass es an einer gesamtstädtischen Übersicht zu kulturellen und sozialen Einrichtungen fehle. Nur wo etwas fehlen würde, sollte die Stadt auch aktiv werden. Auch hier betrachte die JU die „Wissensburg“ als überdimensional, unverhältnismäßig und letztlich nur als eine Insellösung, die kein Problem lösen, sondern nur das Nachnutzungsproblem des Posthofes schaffen würde.

„Der Posthof muss saniert werden, das sind wir ihm allein aufgrund seines historischen Erbes schuldig“, findet Schäfer, „in diesem Zuge könnte man ihn nach hinten heraus erweitern und mehr Fläche schaffen. Das Archiv kann innenstadtnah untergebracht werden.“

Digitalisierung nachkommen, nicht vergrößern

Eine Vergrößerung der Fläche sei in Zeiten der Digitalisierung ohnehin fragwürdig, schreibt die Junge Union. Durch den Erwerb von Lizenzen für E-Books und den Kauf von Readern, die sich verleihen ließen, könnte man der Digitalisierung nachkommen ohne sich übermäßig vergrößern zu müssen.

Darüber hinaus soll die Lange Straße 31 bis 33 nach Ansicht der Jungen Union wieder veräußert werden. Dass die Stadtverwaltung die „Wissensburg“ als alternativlos darstellt und ein Interessenbekundungsverfahren keine wirtschaftliche Lösung ergab, liege vor allem daran, dass private Alternativvarianten durch einschränkende Rahmenbedingungen extrem unattraktiv geworden wären.

Eine echte Alternative für private Investoren im Sinne eines Ideengebotes oder strukturierten Bieterverfahrens wurde nicht durchgeführt. „Dies muss umgehend korrigiert werden“, betont Maas, „die Wissensburg ist weder ein Projekt für künftige Generationen noch stellt ihr Bau einen erheblichen Fortschritt dar.“

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Erstellt:
4. Dezember 2019, 12:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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